Mit einem Nettogewinn von 746 Millionen Euro hat das Unternehmen sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal verdreifacht. Getrieben wird diese Entwicklung durch einen unersättlichen Energiehunger der Tech-Industrie: Ein Viertel der neuen Aufträge im Gasturbinengeschäft stammt direkt aus dem Bereich der KI-Rechenzentren.

Die Auftragsbücher quellen förmlich über. Mit einem Zuwachs von 33 Prozent kletterte der Auftragseingang auf den Rekordwert von 17,6 Milliarden Euro. Der gesamte Auftragsbestand summiert sich nun auf gigantische 146 Milliarden Euro, was dem Konzern Planungssicherheit bis weit in das nächste Jahrzehnt gibt. Die Lieferzeiten für hochmoderne Turbinen reichen aufgrund der enormen Auslastung bereits bis in das Jahr 2030.
Gamesa stabilisiert sich: Das Sorgenkind auf Kurs
Besonders wichtig für das Vertrauen der Investoren ist die Entwicklung bei der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa. Nach Jahren massiver Verluste und technischer Probleme konnte das Minus im operativen Geschäft auf 221 Millionen Euro fast halbiert werden. CEO Christian Bruch bekräftigte das Ziel, im laufenden Geschäftsjahr bei der Windtochter die Gewinnschwelle zu erreichen. Diese fundamentale Besserung entlastet die Bilanz des Gesamtkonzerns erheblich und lässt den Fokus wieder auf die Wachstumschancen im Gas- und Netzsektor rücken.
Besonders im US-Markt sieht Siemens Energy eine Goldgrube. Um die steigende Nachfrage nach effizienter Energieversorgung zu bedienen, investiert das Unternehmen massiv in den Ausbau seiner dortigen Fertigungskapazitäten. Mit einem Free Cashflow von fast drei Milliarden Euro verfügt der Konzern über den nötigen finanziellen Spielraum, um diese Expansion aus eigener Kraft zu stemmen.
Analysten-Euphorie: JPMorgan sieht Aktie bei 200 Euro
Die Reaktion am Aktienmarkt war euphorisch. Die Siemens-Energy-Aktie sprang am Mittwoch um über acht Prozent nach oben und markierte mit 163,20 Euro ein neues Allzeithoch. Seit Beginn des Jahres 2026 hat das Papier damit bereits fast 33 Prozent an Wert gewonnen. Die US-Großbank JPMorgan reagierte prompt auf die starken Ergebnisse und schraubte das Kursziel deutlich von 160 auf 200 Euro nach oben.
Analysten loben vor allem die operative Marge, die bereits jetzt das obere Ende des Zielbandes übertrifft. Gelingt der angekündigte Break-even bei Siemens Gamesa im weiteren Jahresverlauf, fällt der letzte große Belastungsfaktor für die Bewertung weg. Damit positioniert sich Siemens Energy als unverzichtbarer Infrastruktur-Partner der globalen Digitalisierung und Energiewende.


