29. Februar, 2024

Politik

Sicherheitsdenken trotz Friedensbekundungen: Estland kontert Putins Aussagen mit durchgehenden Sicherheitsvorkehrungen

Sicherheitsdenken trotz Friedensbekundungen: Estland kontert Putins Aussagen mit durchgehenden Sicherheitsvorkehrungen

Im Angesicht diplomatischer Beschwichtigungen seitens des Kremls setzt Estland unbeirrt auf den weiteren Ausbau seiner Verteidigungsstrukturen entlang der Grenze zu Russland. Trotz der Versicherungen von Russlands Präsident Wladimir Putin, der ein Vordringen russischer Streitkräfte in die Nato-Mitglieder Polen und Lettland als "absolut ausgeschlossen" beschrieben hatte, plant das baltische Land keine Kursänderung in seiner Sicherheitspolitik. Dies betonte der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur in seinem Statement gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Die Zweifel an den friedfertigen Äußerungen Russlands sind vor dem Hintergrund der jüngsten Geschichte durchaus begründet. Pevkur erinnerte daran, dass Russland auch vor der Invasion in die Ukraine jegliche Angriffspläne verneint hatte. Vor solcher Kulisse betont er die Wichtigkeit, die eigene Verteidigungsbereitschaft zu verstärken – nicht nur für Estland, sondern empfiehlt dies als Maßnahme für alle Staaten.

Die Realisierung der Grenzsicherung erfolgt dabei durch eine Kombination aus festen Verteidigungsanlagen und Bunkern, die sowohl gegen Russland als auch dessen Verbündeten Belarus errichtet werden und sollen das baltische Trio Estland, Lettland und Litauen stärken. Dabei handelt es sich nicht nur um passive Maßnahmen: Estland investiert auch aktiv in den Kauf von Munition, Waffen und sonstiger Ausrüstung, um im Ernstfall gewappnet zu sein.

Die Konsequenz, mit der Estland die Fortsetzung seines Sicherheitskonzeptes verfolgt, demonstriert deutlich, dass trotz friedlicher Töne auf der diplomatischen Bühne die realpolitische Vorsicht nicht aus den Augen verloren wird.