29. Februar, 2024

Wirtschaft

Shell kündigt umfangreiche Rückkäufe eigener Aktien trotz Gewinneinbruch an

Shell kündigt umfangreiche Rückkäufe eigener Aktien trotz Gewinneinbruch an

Trotz eines spürbaren Rückgangs des Quartalsgewinns verkündet Shell Pläne für massenhafte Aktienrückkäufe. Der Energieriese beabsichtigt, eigene Wertpapiere im Umfang von 3,5 Milliarden US-Dollar innerhalb der kommenden drei Monate zurückzukaufen, teilte CEO Wael Sawan im Rahmen der Geschäftszahlenpräsentation mit. Darüber hinaus soll die Quartalsdividende um 4 Prozent auf 0,344 Dollar pro Aktie angehoben werden. Unter Einbezug von bereinigten Sondereffekten übertreffen die jüngsten Geschäftszahlen des britischen Unternehmens die Markterwartungen, was dem Aktienkurs eine positive Entwicklung bescherte.

Das Schlussquartal 2023 zeigte für den BP-Konkurrenten aufgrund von Abschreibungen, insbesondere auf Rohstoff-Finanzinstrumente, einen schrumpfenden Profit von 474 Millionen Dollar, ein Minus von 93 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Auf das ganze Jahr gesehen, hat Shell mehr als die Hälfte seines Überschusses eingebüßt, wobei der Jahresgewinn bei 19,4 Milliarden Dollar lag. Auch wenn die Branche im Jahr 2022 von einem starken Preisanstieg bei Öl und Gas aufgrund des Krieges in der Ukraine profitierte, zeigt ein bereinigtes Bild für 2023 einen Verdienst von 28,3 Milliarden Dollar nach 39,9 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Das Unternehmen konnte im letzten Quartal dank seines Gasgeschäftes einige Verluste ausgleichen, die durch niedrigere Rohstoffpreise verursacht wurden. Hier hebt Shell das florierende Gashandelsgeschäft sowie eine Zunahme der Produktion hervor. Dies reflektierte sich ebenso in einer Kurssteigerung auf 29,36 Euro an der Euronext nach Börsenstart, ein Anstieg um ungefähr ein Prozent.

Analyst Michael Hewson von CMC Markets bezeichnet die Entwicklung des Gewinns als grundsätzlich positiv. Er betont aber auch, dass Shell bereits zuvor von Vorteilen im Gashandel berichtet hatte. Kritisch merkt Hewson jedoch an, dass der freie Cashflow im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als die Hälfte auf 6,9 Milliarden Dollar zurückgegangen ist.