In einer aktuellen Videobotschaft teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Sorge um die Sicherheit europäischer Energieversorgung mit. Nach einem Gespräch mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk hebt Selenskyj hervor, dass nicht nur die Ukraine, sondern auch europäische Nachbarländer potenzielle Ziele russischer Raketenangriffe auf das Gastransportsystem sein könnten. Mit Nachdruck fordert er ein gemeinsames Vorgehen gegen diese Bedrohung.
Diese Warnung folgt auf einen Vorfall Ende März, bei dem die russische Luftwaffe mit Marschflugkörpern und Raketen wichtige Anlagen des ukrainischen Gasinfrastrukturnetzes attackiert hatte. Der ukrainische Gaskonzern Naftogaz bestätigte Schäden an oberirdischen Installationen eines umfangreichen unterirdischen Gasspeichers, dessen genaue Location nicht publik gemacht wurde. Experteneinschätzungen zufolge könnte es sich um den größten Speicher nahe Stryj in der Westukraine handeln.
Trotz der anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen bleibt die Ukraine ein Transitland für russisches Gas in die Europäische Union mit einer Vertragslaufzeit bis Ende 2024. Darüber hinaus dient das ukrainische Gastransportsystem als Speicher für eigenes Erdgas und wird auch europäischen Staaten als Lagerstätte angeboten.
Ferner drückt der ukrainische Präsident seine Dankbarkeit gegenüber Dänemark aus, das ein Unterstützungspaket im Wert von 750 Millionen Euro bereitgestellt hat. Dieses Paket fokussiert sich vor allem auf Flugabwehrmaßnahmen und die Bereitstellung von Artilleriemunition. Die Unterstützung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da die Ukraine weiterhin Widerstand gegen die russische Invasion leistet, die nun schon mehr als zwei Jahre andauert.