20. Juni, 2024

Wirtschaft

Schwankungen im Klima der US-Wirtschaft - Konjunkturdaten mit Licht und Schatten

Schwankungen im Klima der US-Wirtschaft - Konjunkturdaten mit Licht und Schatten

Die Verbraucherstimmung in den Vereinigten Staaten verzeichnet eine spürbare Eintrübung. Laut der zweiten Schätzung der Universität Michigan fiel das Konsumklima um 8,1 Punkte auf 69,1 Zähler, den niedrigsten Stand seit November des Vorjahres. Dennoch ist das Ergebnis nicht ganz so negativ wie in der ersten Erhebung prognostiziert.

Währenddessen sorgte der überraschende Anstieg der Bestellungen für langlebige Wirtschaftsgüter für einen positiven Akzent. Entgegen den erwarteten Rückgängen zeigte das US-Handelsministerium einen Anstieg von 0,7 Prozent an, auch wenn die Revision der Vormonatswerte eine leichte Korrektur von 2,6 auf 0,8 Prozent Wachstum nahelegt.

Joachim Nagel, Chef der Bundesbank, betonte beim G7-Treffen in Stresa, dass keine automatischen weiterführenden Zinssenkungen zu erwarten seien. Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte zwar eine Zinswende im Juni vollziehen, doch sei dies eher als punktueller Schritt denn als langfristige Strategie zu sehen.

Beim gleichen Treffen äußerte sich Finanzminister Christian Lindner kritisch über mögliche Handelskonflikte mit China. Er warnte, dass wirtschaftliche Auseinandersetzungen keine Gewinner kennen und forderte, die globale Handelsordnung nicht zu gefährden.

In Berlin liegt nun ein Beschluss für das Rentenpaket der Bundesregierung auf dem Tisch. Nach internen Diskussionen und dem Commitment des Kanzlers zum Finanzplan wurden bisherige Bedenken des Finanzministeriums ausgeräumt. Trotz bevorstehender Verabschiedung bleibt jedoch der Reformbedarf im Rentensystem bestehen.

Deutschland erhofft sich eine Wirtschaftserholung nach einem positiven Jahresstart. Die Wachstumszahlen zum Anfang des Jahres lassen auf ein mögliches Abklingen der vorherigen Flaute schließen. Das Statistische Bundesamt unterstrich dieses leichte Wachstum, bleibt jedoch aufgrund struktureller Herausforderungen, wie dem Fachkräftemangel, bei einer verhaltenen Jahresprognose.

Die EU-Staaten geben grünes Licht für das europäische Lieferkettengesetz, welches das Ziel verfolgt, weltweit die menschenrechtlichen Bedingungen zu stärken. Unternehmen stehen damit in der Pflicht, Verantwortung für ihre globale Wertschöpfungskette zu übernehmen. Dieser Beschluss folgt einer Zustimmung des EU-Parlaments.

Das Geschäftsklima in Frankreich bleibt mit 99 Punkten auf einem konstanten Niveau. Trotz positiver Entwicklungen im Dienstleistungssektor zeigt sich in anderen wirtschaftlichen Bereichen eine Stagnation.

Im Vereinigten Königreich hingegen verzeichnet der Einzelhandel initial schwache Zahlen für das zweite Quartal mit einem Rückgang der Umsätze um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Dennoch weist das ONS auf ein leichtes Wachstum im Dreimonatszeitraum hin.

Die deutsche Wirtschaft hat sich im ersten Quartal etwas erholt. Das BIP stieg preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent, getragen von Exporten und Bauinvestitionen. Das Statistische Bundesamt bestätigte somit frühere Schätzungen.