29. Februar, 2024

Wirtschaft

Schulterschluss gefordert: IG Metall mahnt Thyssenkrupp zur Kooperation

Schulterschluss gefordert: IG Metall mahnt Thyssenkrupp zur Kooperation

Im Lichte bevorstehender struktureller Wandlungen bei Thyssenkrupp ruft die Gewerkschaft IG Metall die Firmenleitung zu verstärkter Kollaboration auf. Der stellvertretende IG Metall-Vorsitzende Jürgen Kerner unterstreicht die Notwendigkeit einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit bei der Konzernstrategiefindung. Der Aufruf erfolgt im Vorfeld der Hauptversammlung des Industriegiganten, die als Debüt für den neuen Vorstandsvorsitzenden Miguel López gilt. Kerner, der zugleich stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzender bei Thyssenkrupp ist, setzt sich für eine erneuerte Allianz zwischen Arbeitnehmern und Aktionären ein.

Die Beziehung zwischen der Arbeitnehmervertretung und dem frisch angetretenen López wird als angespannt wahrgenommen, da kürzlich vorgenommene Änderungen im Vorstand kontrovers diskutiert wurden. Der Konflikt entbrannte, als der Aufsichtsrat entgegen der Arbeitnehmervertreter Entscheidungen bezüglich der Vorstandsstruktur traf. Die Erweiterung um zwei Mitglieder kollidierte mit bestehenden Sparvorhaben und führte zu Verstimmungen innerhalb des Traditionsunternehmens.

Thyssenkrupp, welches circa 100.000 Arbeitsplätze bereitstellt, steht aktuell vor tiefgreifenden Umstrukturierungen. So ist die Abspaltung der Sparten Stahl und Marine-Schiffbau Teil des derzeitigen Veränderungsprozesses. Kerner betont die schwierige finanzielle Lage des Konzerns, um zu verdeutlichen, dass essenzielle Investitionen ausbleiben und Zukunftsentwicklungen aller Geschäftsbereiche auf dem Spiel stehen. Dennoch zeigt sich die Arbeitnehmerseite gesprächsbereit und Offenheit für konstruktive Lösungsfindungen, etwa in Bezug auf mögliche Veräußerungen im Bereich Marine.

Die Gewerkschaft kritisiert in einem Flugblatt, das zur Hauptversammlung verteilt werden soll, die fehlende Zielführung der Führungsebene. Man wirft ihr Investitionszurückhaltung und Strategieunklarheit vor, was die Zukunft des Konzerns gefährde. Der neue Vorstandsvorsitzende López wird aufgefordert, transparent zu handeln und die Kooperation zu suchen, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.