19. Mai, 2024

Wirtschaft

Schifffahrt in Bedrängnis: Angriffswelle im Roten Meer

Schifffahrt in Bedrängnis: Angriffswelle im Roten Meer

Die internationale Schifffahrtsbranche sieht sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die die Sicherheit und Effizienz ihrer Routen beeinträchtigen. Laut einer vom Industrieversicherer Allianz Commercial veröffentlichten Studie, wurden in dem Zeitraum von Ende November bis April über 50 Schiffe im Roten Meer Ziel von Angriffen durch Huthi-Rebellen. Die Folge dieser unsicheren Lage ist ein signifikanter Rückgang des Schiffsverkehrs durch den strategisch wichtigen Suez-Kanal. Gegenüber den früheren Spitzenzeiten wurden zu Beginn des Jahres rund 40 Prozent weniger Schiffe gezählt.

Die Bindung der Huthi-Rebellen an den Iran wird von der US-Regierung als gesichert angesehen, wobei auch finanzielle Unterstützungen aus Teheran unterstellt werden. Analysten nehmen an, dass die Miliz diese Strategie der gezielten Angriffe auf Schiffe nutzt, um die Handelswege Israels, das im Konflikt mit der im Gazastreifen herrschenden Hamas steht, zu stören. Als Beispiel für die schwerwiegenden Konsequenzen solcher Attacken dient der untergegangene Frachter 'Rubymar', welcher Anfang März vor der Küste des Jemens Ziel eines Angriffs wurde.

Die Möglichkeiten des internationalen Handels werden indessen noch durch andere Faktoren geschwächt, wie der von Wassermangel betroffene Panama-Kanal zeigt, der eine weitere Kernroute darstellt. Die kritische Wasserstandssituation führt zu Behinderungen im Verkehrsfluss. Schifffahrtsexperte Rahul Khanna aus New York verweist in seiner Analyse zudem auf die potenzielle Bedrohung durch Cyberattacken. Diese könnten, neben den Gefahren durch herkömmliche Angriffsformen, zu einer massiven Störung des Seeverkehrs führen.

Allianz Commercial, ein Teilbereich des Münchner Dax-Konzerns Allianz, der auf Firmen- und Industriekunden spezialisiert ist und auch Schifffahrtsversicherungen anbietet, steht vor der schwierigen Aufgabe, dieser vielfältigen Bedrohungslage Rechnung zu tragen.