04. März, 2026

Quartalszahlen

Schaeffler: Aktie stürzt ins Bodenlose – Ist das der Anfang vom Ende?

Der Automobilzulieferer schockt die Anleger mit einem schwachen Ausblick. Trotz Dividendenanhebung fliehen Investoren fluchtartig.

Schaeffler: Aktie stürzt ins Bodenlose – Ist das der Anfang vom Ende?
Rote Zahlen und Prognose-Senkung: Die Schaeffler-Aktie bricht ein. Helfen jetzt noch Roboter-Fantasien? Alle Fakten im Überblick.

Der konservative Ausblick verfehlt die Markterwartungen deutlich

Ein massiver Kursrutsch erschüttert die Aktionäre von Schaeffler. Nach der Vorlage des Jahresberichts brach die Aktie am Dienstag um rund 16 Prozent ein. Der Markt reagiert damit panisch auf die vorsichtigen Prognosen des Vorstands für das kommende Geschäftsjahr.

Für das neue Jahr peilt das Management lediglich einen Umsatz zwischen 22,5 und 24,5 Milliarden Euro an. Die bereinigte operative Marge (EBIT-Marge) soll dabei in einer Spanne von 3,5 bis 5,5 Prozent liegen. Diese Zahlen enttäuschten auf breiter Front, da Analysten bisher mit Werten am oberen Ende dieser Bandbreiten gerechnet hatten.

Hohe Sonderbelastungen drücken das Konzernergebnis tief in die roten Zahlen

Die Bilanz des vergangenen Jahres 2025 offenbart die Kosten des radikalen Konzernumbaus. Unter dem Strich steht ein Konzernverlust von 424 Millionen Euro. Haupttreiber hierfür sind die immensen Aufwendungen für Stellenstreichungen und die Restrukturierung nach der Vitesco-Übernahme.

Trotz des Nettoverlusts gibt es einen paradoxen Lichtblick für Einkommensinvestoren: Die Dividende wird angehoben. Dank eines verbesserten Free Cashflows soll die Ausschüttung um fünf Cent auf 0,30 Euro je Aktie steigen. Dies konnte den Abverkauf jedoch nicht stoppen.

Operativ zeigte sich Schaeffler widerstandsfähiger als das Nettoergebnis vermuten lässt. Das operative Ergebnis legte dank eines strikten Sparkurses um 11,1 Prozent auf 936 Millionen Euro zu, was einer Margensteigerung auf 4,0 Prozent entspricht.

Die Schwäche der E-Mobilität überschattet die Roboter-Fantasie

Analysten zeigen sich besorgt über die fundamentale Entwicklung im Kerngeschäft. Insbesondere der Bereich Elektromobilität gilt als Belastungsfaktor für den schwachen Ausblick. Die Hoffnungen auf neue Technologiefelder können die aktuellen Sorgen noch nicht kompensieren.

„Der Ausblick ist schwach – vor allem bedingt durch die Geschäfte im Bereich der E-Mobilität“, so Analystin Vanessa Jeffriess.

Schaeffler versucht indes, mit futuristischen Themen gegenzusteuern. Partnerschaften mit Neura Robotics und dem chinesischen Anbieter Leju Robotics sollen das Feld der humanoiden Robotik erschließen. Auch im Drohnensektor kooperiert der Konzern mit dem Rüstungs-Software-Unternehmen Helsing.

Wichtige charttechnische Haltelinien wurden gnadenlos durchbrochen

Aus technischer Sicht ist das Bild verheerend. Die Aktie hat sowohl die wichtige 50-Tage-Linie bei 9,94 Euro als auch den Support bei 9,24 Euro nach unten durchschlagen. Dies löste weitere Verkaufssignale aus.

Langfristig plant Schaeffler, bis 2035 rund zehn Prozent des Konzernumsatzes aus neuen Geschäftsfeldern zu generieren. Bei einem Umsatzziel von bis zu 35 Milliarden Euro entspräche dies rund drei Milliarden Euro. Für den Moment dominiert jedoch die Angst vor weiteren Kursverlusten.

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