29. Februar, 2024

Wirtschaft

SAP: Unerwarteter Aufsichtsratschef sorgt für Verwirrung

SAP: Unerwarteter Aufsichtsratschef sorgt für Verwirrung

Die ursprünglich geplante Nachfolge im Aufsichtsratsvorsitz des Softwaregiganten SAP erfährt eine überraschende Wende. Der designierte Nachfolger, Punit Renjen, wird den Posten nicht übernehmen. Stattdessen setzt das Dax-Schwergewicht auf den Finnen Pekka Ala-Pietilä, einen erfahrenen Manager aus der Technologiebranche, der bereits von 2002 bis 2021 im Aufsichtsrat saß und CEO bei Nokia war. Damit zerschlagen sich die enthusiastischen Erwartungen, die noch im Mai 2023 im Umfeld der Hauptversammlung laut wurden.

Die Entscheidung, die Pläne mit Renjen nicht weiterzuverfolgen, fiel nach Bekanntgabe des Unternehmens am Sonntag einvernehmlich. Als Grund dafür wird ein Missverständnis in der Ausführung der Position angeführt. Insbesondere die gegensätzlichen Vorstellungen über die künftige Rolle des Aufsichtsratsvorsitzenden wurden als Hindernis identifiziert. Renjen, dessen strategische Einbindung in das operative Geschäft zu Irritationen führte, sollte ursprünglich das Erbe von Hasso Plattner antreten.

Der unerwartete Führungswechsel hat jedoch nicht nur für Verwunderung, sondern auch für Kritik gesorgt. Investoren und Analysten, wie Michael Briest von der UBS, äußern sich negativ überrascht, da Renjens Vernetzung innerhalb des Konzerns und seinem Ökosystem als gewichtig betrachtet wurde und eine gewisse Stabilität versprach.

Markus Kienle von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger äußerte sich kritisch über das vermeintliche Versagen im Auswahlprozess und die Qualität der Entscheidungsfindung. Ebenso zeigte sich Ingo Speich vom Fondsanbieter Deka Investment enttäuscht über die jüngsten Entwicklungen. Die kontroverse Entscheidung brächte allen Beteiligten Nachteile und werfe ein Schlaglicht auf Schwächen in der Unternehmensführung.

Während Eberhard Schick, SAP-Betriebsratschef, die Hoffnung ausdrückt, dass der neue Vorsitzende die langfristige Unternehmensentwicklung im Fokus behalten wird, spiegelt die Stellungnahme des DSAG-Vorstands das Element der Überraschung wider und gibt zu verstehen, dass mit Ala-Pietilä als Aufsichtsratsvorsitzenden das Potenzial für strategische Weichenstellungen besteht.

Trotz der überraschenden Kehrtwende betont Plattner die Kompetenz und die Rolle von Ala-Pietilä als vertrauten Verbündeten und anerkannten Fachmann, der in die Fußstapfen des langjährigen Vorsitzenden treten wird.