19. Mai, 2024

Wirtschaft

Saftig steigende Preise: Orangensafthersteller warnen vor Kostenexplosion

Saftig steigende Preise: Orangensafthersteller warnen vor Kostenexplosion

Die Konsumfreude der Deutschen an Orangensaft könnte bald einen Dämpfer erfahren. Angesichts der angespannten Lage auf den globalen Märkten steht der Verbrauch des beliebten Zitrusgetränks, das im Jahr 2023 mit 6,8 Litern pro Kopf in der Bundesrepublik ganz oben in der Gunst stand, vor einer Preiswelle. Klaus Heitlinger, der Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie, hat unlängst eine Weitergabe der erheblichen Kostensteigerungen an den Lebensmittelhandel und somit auch an den Endverbraucher angekündigt. Die Gründe hierfür liegen sowohl in den Wetterkapriolen als auch in einer pflanzlichen Seuche.

Schuld an der Misere ist ein Zusammenspiel diverser Faktoren, bei denen auch der Klimawandel eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Der VdF berichtet, dass wegen der extremen Hitze und des Wassermangels die Zahl der Früchte pro Baum rückläufig sei. Eine weitere Herausforderung stellt die weitverbreitete Gelbe Drachenkrankheit dar, die zwischen 40 und 80 Prozent der Orangenbäume befällt und Plantagen vernichten kann.

Brasilien, als größter Produzent von Orangensaft weltweit, zeigt die Dramatik mit einem erwarteten Ernterückgang um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf. Dies entspricht der schlechtesten Ernte seit dem Jahr 1988 und bedeutet ein Minus von circa 1,7 Milliarden Litern produziertem Orangensaft. Vor diesem Hintergrund erleben die Rohstoffpreise für Orangensaft bereits jetzt an den Börsen einen signifikanten Anstieg.

Erhebliche Preissteigerungen waren bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten. Das Statistische Bundesamt verzeichnete für Orangensaft und ähnliche Säfte einen Preisanstieg von gut 30 Prozent im Vergleich zu 2020. Die Fruchtsaftindustrie sieht im Blick auf die angespannte Situation bisher wenig Spielraum für Entspannung und erwägt eine Reduktion des Fruchtsaftanteils in den Produkten, um kostengünstigere Alternativen anzubieten. Auch andere Fruchtsaftsegmente, wie etwa Apfelsaft, sind von ähnlichen Problemen betroffen.