18. Juli, 2024

Wirtschaft

Russlands Wirtschaft trotz Sanktionen im Aufschwung – Ukraine leidet unter Energiekrise

Russlands Wirtschaft trotz Sanktionen im Aufschwung – Ukraine leidet unter Energiekrise

Die fortgesetzten Angriffe auf die ukrainische Energie-Infrastruktur hinterlassen tiefe wirtschaftliche Spuren. Dies zeigt die aktuelle Analyse des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw). Im Vergleich zur Frühjahrsprognose senkt das Institut seine Wachstumsprognose für die Ukraine um 0,5 Prozentpunkte auf nunmehr 2,7 Prozent für das Jahr 2024. Diese revidierte Schätzung reflektiert die erheblichen Belastungen und Herausforderungen, denen das Land gegenübersteht. Anders stellt sich die Lage für Russland dar, trotz der umfassenden westlichen Sanktionen. Das auf Kriegswirtschaft orientierte Land soll laut wiiw im kommenden Jahr ähnlich wie 2023 mit 3,2 Prozent wachsen. Dies wird jedoch von strukturellen Problemen überschattet, wie beispielsweise dem akuten Arbeitskräftemangel und hohen Zinsen. Langfristig werde das Wachstum daher auf rund 2,5 Prozent begrenzt bleiben. Ein bedeutender Teil des russischen föderalen Budgets, rund ein Drittel oder 6 Prozent des BIP, fließt in die Kriegswirtschaft. Diese Ausgaben strukturieren sich auch in andere Sektoren der Wirtschaft hinein. Hohe Löhne für Frontsoldaten und finanzielle Unterstützungen für Kriegsversehrte und Hinterbliebene tragen zu einer Umverteilung von oben nach unten bei und fördern laut einem Russland-Experten des wiiw die Sympathien für den Krieg innerhalb der russischen Bevölkerung. In seiner Sommerprognose hebt das wiiw jedoch auch optimistische Wirtschaftsperspektiven hervor: Die Konjunktur in den meisten Volkswirtschaften Mittel-, Ost- und Südosteuropas werde 2024 an Fahrt gewinnen. Insbesondere die EU-Mitglieder in dieser Region zeigen sich gegenüber der anhaltenden Wirtschaftsflaute in Deutschland als robust. Polen führt hierbei das Wachstum an, mit prognostizierten 3,3 Prozent in diesem und 3,6 Prozent im kommenden Jahr. Auch die südosteuropäischen EU-Mitglieder Rumänien und Kroatien sollen laut wiiw 2024 mit jeweils 3,0 Prozent stark wachsen.