02. Mai, 2026

Politik

Russlands Parlament öffnet Türen für mögliche Annäherung an Taliban und syrische Führung

Russlands Parlament öffnet Türen für mögliche Annäherung an Taliban und syrische Führung

In einem bedeutenden Schritt hat das russische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das Gerichten erlaubt, Verbote für Gruppen auszusetzen, die in Russland als Terrororganisationen eingestuft sind. Dadurch könnten nicht nur Beziehungen zu den Taliban in Afghanistan normalisiert werden, sondern auch zum neuen Führungsteam in Syrien.

Obwohl derzeit kein Land die Taliban-Regierung in Afghanistan anerkennt, hat Russland seine Kontakte zu der Gruppe schrittweise ausgebaut. Präsident Wladimir Putin bezeichnete sie im Juli als Verbündete im Kampf gegen den Terrorismus.

Ramzan Kadyrow, Anführer der muslimischen Region Tschetschenien und enger Verbündeter von Putin, rief dazu auf, die syrische Gruppe Hayat Tahrir al-Sham (HTS) von der Liste verbotener Terrororganisationen zu streichen. Die HTS spielte eine führende Rolle bei der Entmachtung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Mit dem neuen Gesetz der Duma kann eine Gruppe durch gerichtliche Verfügung von der Verbotsliste entfernt werden, wenn sie terroristische Aktivitäten einstellt. Die Taliban wurden im Februar 2003, HTS im Jahr 2020 auf die Liste gesetzt.

Moskau sieht in islamistischen Militanten, die sich von Afghanistan bis in den Nahen Osten erstrecken, eine ernsthafte Sicherheitsbedrohung. Besonders nach dem Verlust eines wichtigen Verbündeten mit dem Fall Assads, ist die Bedrohung spürbar gestiegen. Ein Terroranschlag bei Moskau, der im März von der rivalisierenden Islamischen Staat Khorasan (ISIS-K) verübt wurde, verdeutlicht diese Gefahren.

Trotzdem sind die Bestrebungen der Taliban auf internationale Anerkennung ins Stocken geraten, insbesondere aufgrund ihrer Politik gegenüber Frauenrechten. Der Westen verweigert eine umfassende Anerkennung, bis sich die Haltung der Taliban ändert. Russlands lange und konfliktreiche Geschichte in Afghanistan geht auf eine militärische Invasion 1979 zurück, die 1989 ihr Ende fand und zahlreiche Opfer auf beiden Seiten forderte.