16. Juni, 2024

Märkte

Ruhiger Start in den Börsenmonat: EuroStoxx 50 mit leichten Gewinnen, Atos tief im Minus

Ruhiger Start in den Börsenmonat: EuroStoxx 50 mit leichten Gewinnen, Atos tief im Minus

Der Start in den neuen Börsenmonat verlief für Europas wichtigste Länderbörsen unterschiedlich. Der EuroStoxx 50 konnte sich am Montag um 0,40 Prozent auf 5003,54 Punkte festigen, doch blieben die Tagesgewinne im späten Handel bescheiden. Ähnlich verhielt es sich beim französischen Cac 40, der um 0,06 Prozent auf 7998,02 Zähler zulegte, während der britische FTSE 100 um 0,10 Prozent auf 8266,84 Punkte nachgab.

Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, kommentierte den freundlichen Handelsstart mit den Worten: „Zum Monatsanfang fließt frisches Geld in den Aktienmarkt. Das sorgt in Kombination mit einem fulminanten Turnaround an der Wall Street in der letzten Handelsstunde am Freitag für einen starken Handelsauftakt.“ Positive Konjunkturdaten aus Europa stützten zudem die Märkte am Vormittag.

Allerdings enttäuschte die US-Börse später am Tag: Der Dow Jones Industrial verlor zum europäischen Handelsende knapp 0,7 Prozent, während der Nasdaq 100 ein leichtes Plus verteidigen konnte.

Im Mai verbesserte sich die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global (PMI) erreichte seinen höchsten Stand seit 14 Monaten, blieb jedoch unter der Wachstumsmarke von 50 Punkten. In den USA zeigte der Einkaufsmanagerindex ISM hingegen eine unerwartete Eintrübung, obwohl der Gesamtindikator weiterhin über der Expansionsschwelle liegt.

Bei den europäischen Branchen zeigten sich Immobilien- und Telekommunikationstitel am Montag stark, während Aktien von Öl- und Gaskonzernen sowie Pharmatiteln weniger beliebt waren. Erstere litten unter sinkenden Rohstoffpreisen, während bei letzteren eine Sammelklage in den USA gegen mögliche Krebsrisiken des Medikaments Zantac die Stimmung trübte. Zahlreiche große Pharmakonzerne, darunter Pfizer, GSK, Sanofi und Boehringer Ingelheim, sind von den Klagen betroffen. Branchenexperte James Gordon von JPMorgan warnt besonders GSK vor möglicherweise hohen Schadensersatzforderungen. Während die Aktien von GSK um 9,5 Prozent einbrachen, konnte Sanofi ein Plus von 0,4 Prozent verbuchen.

Ebenfalls im Fokus stand das schwer angeschlagene IT-Beratungsunternehmen Atos, das von zwei Investoren Rettungsangebote erhielt. Großaktionär David Layani und der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky haben Offerten vorgelegt, doch die Aktien von Atos fielen um mehr als 18 Prozent auf ein neues Rekordtief. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursminus auf nahezu 81 Prozent.