29. August, 2025

Wirtschaft

Rückgang bei der Weinproduktion: Deutsche Winzer kämpfen mit Wetterextremen

Rückgang bei der Weinproduktion: Deutsche Winzer kämpfen mit Wetterextremen

Die deutsche Weinproduktion hat 2024 einen deutlichen Rückschlag erlitten. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete, dass die Menge des erzeugten Weinmosts mit 7,75 Millionen Hektolitern um fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Betrachtet man den Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2023, fällt das Minus noch gravierender aus: ein Rückgang von 12 Prozent. Diese Erntezahlen liegen sogar unter der vorläufigen Schätzung der Behörde aus dem vergangenen Oktober, die weniger als 8,3 Millionen Hektoliter prognostiziert hatte. Interessanterweise zeigt sich die Entwicklung in den Weinregionen Deutschlands sehr unterschiedlich. In den größten Anbaugebieten Rheinhessen und Pfalz, die gemeinsam über die Hälfte der gesamten Produktion stellen, blieb die Menge nahezu konstant. Anders erging es anderen Regionen: Baden meldete einen Rückgang von einem Viertel auf 954.000 Hektoliter, Württemberg verzeichnete ein Minus von über 18 Prozent auf 667.000 Hektoliter, und Franken erlitt Verluste von mehr als 26 Prozent auf 302.200 Hektoliter. Besonders dramatisch gestalteten sich die Einbußen in kleineren Weinbaugebieten. Beispielsweise verringerte sich die Erntemenge in Sachsen um fast 69 Prozent auf 9.000 Hektoliter, während Saale-Unstrut knapp 64 Prozent und die Ahr etwa 55 Prozent weniger ernteten. Die Ursachen für diesen Rückgang sind vielfältig. Ein feuchtes Frühjahr begünstigte die Ausbreitung von Pilzkrankheiten, und Extremwetterereignisse wie späte Fröste, Hagel und Starkregen sorgten überdies für Ernteeinbußen. Etwas mehr als zwei Drittel der Weinproduktion im Jahr 2024 entfielen auf Weißweine, während Rot- und Roséweine den Rest ausmachten. Bei einer Umrechnung in 0,75-Liter-Flaschen ergibt sich eine Produktion von rund einer Milliarde Flaschen Wein.