23. Juni, 2024

Wirtschaft

Rolf Breuer, langjährige Führungspersönlichkeit der Deutschen Bank, ist verstorben

Rolf Breuer, langjährige Führungspersönlichkeit der Deutschen Bank, ist verstorben

Das Bankenwesen trauert um eine seiner Schlüsselfiguren: Rolf Breuer, der maßgeblich die Geschicke der Deutschen Bank über Jahrzehnte mitgestaltet hat, ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Die Nachricht seines Ablebens wurde in einer Mitteilung der Deutschen Bank bekannt gegeben. Der vormalige Vorstandsvorsitzende, der bis Mai 2002 an der Spitze des Instituts stand, hat vor allem die Weichen für die internationale Expansion und Verstärkung des Kapitalmarktgeschäfts des Konzerns gestellt.

Breuer, der fast sein gesamtes Berufsleben der Deutschen Bank widmete, wird von Alexander Wynaendts, dem amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden, hoch geachtet. Er zollt ihm Tribut für die Übernahme der US-amerikanischen Bankers Trust, ein strategischer Zug, der dazu beitrug, dass die Deutsche Bank zu einem global agierenden Spieler mit einem weitreichenden Netzwerk und fundierter Expertise avancierte.

Allerdings waren Breuers Amtszeiten nicht nur von geschäftlichen Erfolgen geprägt. Eine Episode, die bis heute nachwirkt, war seine öffentliche Anzweiflung der Kreditwürdigkeit von Leo Kirchs Medienkonzern in einem Interview mit Bloomberg TV im Jahr 2002. Die daraus resultierenden finanziellen Unwägbarkeiten führten schlussendlich zur Insolvenz des Kirch-Konzerns und mündeten in einen langjährigen Rechtsstreit zwischen Kirch und der Deutschen Bank. Dieser endete erst Jahre später mit einem Vergleich in Millionenhöhe, der mit den Erben Kirchs geschlossen wurde.

Rolf-Ernst Breuers Einfluss auf das deutsche Bankwesen und insbesondere auf die Deutsche Bank ist unbestritten und seine Hinterlassenschaft in Form strategischer Weitsicht wird auch nach seinem Tod Bestand haben.