14. Juli, 2024

Wirtschaft

Rheinmetall: Rekordauftrag von der Bundeswehr

Rheinmetall: Rekordauftrag von der Bundeswehr

Rheinmetall, Deutschlands führender Rüstungskonzern, hat mit einem historischen Großauftrag der Bundeswehr ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das Unternehmen verkündete, dass es einen Rahmenvertrag zur Lieferung von Artilleriemunition im Wert von bis zu 8,5 Milliarden Euro unterzeichnet hat. Dieser Vertrag ist der größte in der Geschichte des Unternehmens.

Die ursprüngliche Vereinbarung aus Juli 2023 lag bei maximal 1,3 Milliarden Euro und wurde nun um satte 7,2 Milliarden Euro erweitert. Die genauen Stückzahlen der 155-Millimeter-Geschosse, die eine Reichweite von 40 Kilometern haben, blieben unbekannt. Schätzungen zufolge handelt es sich um mehrere Millionen Stück. Die Produktion wird in Unterlüß, Niedersachsen, sowie in weiteren Rheinmetall-Werken in Spanien, Südafrika und Australien stattfinden.

Die Munition soll die Bestände der Bundeswehr auffüllen und auch an deutsche Verbündete wie die Niederlande, Estland und Dänemark gehen. Ein erheblicher Teil wird an die Ukraine geliefert, die seit Beginn des Krieges bereits mehrfach von Deutschland unterstützt wurde. Firmenchef Armin Papperger drückte seine Dankbarkeit über das Vertrauen in das Unternehmen aus und betonte die Bedeutung des Auftrags für die langfristige Sicherheitsvorsorge Deutschlands und seiner Partner.

Bereits im Februar dieses Jahres begann Rheinmetall mit dem Bau eines neuen Werkes in Unterlüß, das nach der Verkündung des Großauftrags weiter an Bedeutung gewinnen wird. Bundeskanzler Olaf Scholz und Verteidigungsminister Boris Pistorius nahmen am symbolischen ersten Spatenstich teil. Papperger betonte: „Die Bundesregierung hält Wort.“ Die ersten Lieferungen aus dem neuen Vertrag sollen Anfang 2025 beginnen, wobei die initiale Tranche einen Wert von 880 Millionen Euro hat. Die Laufzeit des Rahmenvertrages wurde nicht näher spezifiziert.

Vor dem Krieg in der Ukraine produzierte Rheinmetall jährlich 70.000 Schuss Artilleriemunition; durch die erweiterten Kapazitäten und den Kauf des spanischen Konkurrenten Expal soll die Jahresproduktion 2025 auf 700.000 Schuss steigen und bis 2027 auf 1,1 Millionen anwachsen. Rheinmetall ist nicht nur Deutschlands größter Waffenhersteller, sondern auch der führende Produzent von Nato-Großkalibermunition. Das Unternehmen profitiert erheblich von dem 100 Milliarden Euro schweren Sondervermögen der Bundesregierung, das als Reaktion auf den russischen Angriff 2022 eingerichtet wurde.