29. Januar, 2026

Startups & VC

Revolut auf Rekordjagd: Warum N26 und Trade Republic jetzt zittern müssen

Mit drei Millionen Kunden und aggressiven Marketing-Kampagnen setzt die britische Neobank zum Überholen an. Die Konkurrenz gerät unter Zugzwang, doch die Zahlen haben eine Tücke.

Revolut auf Rekordjagd: Warum N26 und Trade Republic jetzt zittern müssen
Kampf der Neobanken: Revolut meldet Rekordzahlen. Doch wie aktiv sind die neuen Kunden wirklich? Eine Analyse der Wachstumsstrategie.

Die britische Neobank Revolut hat auf dem deutschen Markt einen signifikanten Meilenstein erreicht. Das Fintech verzeichnet hierzulande mittlerweile drei Millionen Kunden. Dies entspricht einem rasanten Wachstum von knapp 20 Prozent innerhalb weniger Monate.

Diese Expansion ist kein Zufall, sondern das Resultat einer aggressiven Marketingstrategie. Sichtbar wird dies unter anderem durch prominente Platzierungen, wie dem Sponsoring auf dem neuen Formel-1-Boliden von Audi oder einer massiven Präsenz auf Werbeplakaten in deutschen Großstädten.

Globale Skalierungseffekte setzen die nationale Konkurrenz unter Druck

Mit weltweit 70 Millionen Kunden in 39 Ländern hat sich Revolut als größte Digitalbank Europas etabliert. Diese Skalierung erlaubt dem Unternehmen, Marktanteile mit einer Vehemenz zu erobern, der lokale Anbieter kaum etwas entgegensetzen können.

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Marktbeobachter sehen darin einen direkten Angriff auf etablierte Player wie N26. Der Berliner Konkurrent kämpft derzeit nicht nur um Kunden, sondern auch mit regulatorischen Problemen durch die BaFin und personellen Umbrüchen in der Führungsebene.

Zum Vergleich: N26 meldete Ende 2024 rund 4,8 Millionen ertragsrelevante Kunden. Trade Republic kommt auf dem Heimatmarkt Deutschland auf fünf Millionen Nutzer. Revolut schließt diese Lücke nun mit hoher Geschwindigkeit.

Die Definition der Kundenzahlen erschwert den direkten Vergleich

Analytisch betrachtet ist jedoch Vorsicht bei der Gegenüberstellung der Nutzerzahlen geboten. Revolut zählt jeden Nutzer, der den KYC-Prozess (Know Your Customer) vollständig durchlaufen hat. Dies sagt zunächst nichts über die tatsächliche Aktivität des Kontos aus.

N26 hingegen weist „ertragsrelevante“ Nutzer aus, was eine höhere Hürde darstellt. Auch bei Trade Republic bleibt unklar, wie viele der fünf Millionen deutschen Nutzer die App aktiv verwenden oder lediglich als Karteileichen im System verweilen.

Steigende Transaktionsvolumina deuten auf den Wandel zum Hauskonto hin

Revolut versucht, Zweifel an der Aktivität der Nutzerbasis mit Wachstumsraten zu zerstreuen. Laut Wiktor Stopa, Head of Growth für Westeuropa, stieg das Transaktionsvolumen binnen eines Jahres um 67 Prozent. Zudem entfallen über 57 Prozent der Ausgaben auf Alltagskategorien wie Lebensmittel und Transport.

Diese Daten sollen die These stützen, dass Revolut zunehmend als primäres Alltagskonto und nicht nur als Zweitkonto für Reisen genutzt wird. Die Strategie zielt darauf ab, tief in die täglichen Finanzströme der Kunden einzudringen.

Dennoch bleibt eine analytische Leerstelle: Revolut nennt lediglich relative Wachstumsraten, keine absoluten Transaktionswerte. Ohne diese Basiswerte lässt sich die tatsächliche Relevanz im deutschen Zahlungsverkehr kaum valide quantifizieren.

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