21. Juni, 2024

Wirtschaft

Remondis verzeichnet Umsatzrückgang – Schwächelnde Weltkonjunktur als Ursache

Remondis verzeichnet Umsatzrückgang – Schwächelnde Weltkonjunktur als Ursache

Deutschlands führendes Entsorgungsunternehmen Remondis hat im vergangenen Jahr einen Rückgang seiner Umsatzzahlen verzeichnet. Der Gesamtumsatz belief sich auf rund 12,1 Milliarden Euro und lag damit um 0,5 Milliarden Euro unter dem Wert von 2022, teilte die Rethmann-Gruppe, zu der Remondis gehört, auf Anfrage im nordrhein-westfälischen Lünen mit. Informationen zum Gewinn wurden wie gewohnt nicht veröffentlicht.

Erstmals seit 2015 musste Remondis einen Umsatzrückgang hinnehmen. Verantwortlich hierfür ist die schwächelnde Weltkonjunktur, die einen Preisverfall bei Altmetallen, Altpapier und anderen Materialien nach sich zog. Trotz sinkender Erlöse konnte Remondis die Beschäftigtenzahl steigern und verzeichnete rund 2000 neue Arbeitsplätze, sodass die Gesamtzahl der Mitarbeiter nun bei 43.000 liegt.

Die Tätigkeitsfelder von Remondis sind breit gefächert: Das Unternehmen betreibt Müllverbrennungsanlagen, Kläranlagen, Trinkwasseraufbereitungsanlagen, Kompostwerke, Deponien und Anlagen zur Aufbereitung von Bauschutt, Holz und Glas. An einigen Standorten übernimmt Remondis auch die Müllabfuhr. Einen besonderen Schwerpunkt legt das Unternehmen auf Recycling, inklusive Sortierwerke für Plastik, und bietet umfassende Entsorgungsdienstleistungen an.

Der Marktführer Remondis hat einen deutlichen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz in Deutschlands Entsorgungswirtschaft. Die Nummer zwei, Prezero, die zur Schwarz-Gruppe und somit zur Discounterkette Lidl gehört, erzielte im Geschäftsjahr 2022/23 einen Umsatz von 3,9 Milliarden Euro. Der französische Entsorgungskonzern Veolia generierte 2023 in Deutschland 2,8 Milliarden Euro Umsatz.

Die langfristigen Aussichten für Deutschlands Entsorgungswirtschaft bleiben positiv. Die Kreislaufwirtschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung und wird von politischen Maßnahmen unterstützt. Ziel ist es, Abfälle nicht einfach zu verbrennen, sondern als wertvolle Rohstoffe zu nutzen und durch Recycling in neue Produkte zu verwandeln. Dies ist vor allem bei Kunststoffen wegen der Umweltverschmutzung von großer Wichtigkeit. Dennoch wird bislang nur ein kleiner Teil des in Deutschland anfallenden Kunststoffabfalls tatsächlich recycelt, während der Rest entweder verbrannt oder ins Ausland exportiert wird.