23. Juni, 2024

Märkte

Rekord-Stimmung trübt sich ein: Anleger warten auf Zinssignale der US-Notenbank

Rekord-Stimmung trübt sich ein: Anleger warten auf Zinssignale der US-Notenbank

Nach einer Phase beeindruckender Rekorde an den New Yorker Börsen herrscht zum Wochenbeginn vorerst Zurückhaltung. Die Investoren pausieren in Erwartung neuer Inflationsdaten und wichtiger Zinssignale der US-Notenbank Fed, die zur Wochenmitte anstehen.

Die wichtigsten Indizes bewegten sich im frühen Handel richtungslos, schwankend zwischen geringen Verlusten und marginalen Gewinnen. Der Dow Jones Industrial sank zuletzt um 0,15 Prozent auf 38.738,87 Punkte. Mit nur knapp drei Prozent Gewinn seit Jahresbeginn hinkt der renommierte Wall-Street-Index den anderen beiden großen Indizes deutlich hinterher.

Der S&P 500 verzeichnete einen minimalen Rückgang um 0,04 Prozent auf 5344,79 Punkte, während der Nasdaq 100 leicht um 0,08 Prozent auf 19.015,50 Zähler anstieg. Beide Indizes konnten seit Jahresbeginn zweistellige Zuwächse verbuchen: Der S&P legte 12 Prozent, der Nasdaq sogar 13 Prozent zu.

Eine robuste Arbeitsmarktstatistik vom Freitag übertraf laut den Experten der Bank ING sämtliche Erwartungen. Folglich werden in naher Zukunft keine Zinssenkungen erwartet, obwohl diese ohnehin kaum wahrscheinlich waren. Dies deutet jedoch auf eine starke Wirtschaft hin. Zur Wochenmitte werden die Inflationsdaten sowie Statements der US-Notenbank erneut Spannung erzeugen. Beide könnten Hinweise auf den möglichen Zeitpunkt für ein geldpolitisches Umdenken der Fed liefern.

Im Dow stach die Aktie von Walmart hervor, die um 0,8 Prozent zulegte. Die US-Bank JPMorgan hatte die Aktie von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 66 auf 81 US-Dollar erhöht. Walmart könne auch in einem schwächeren Konsumumfeld sowohl defensiv als auch offensiv punkten, so die Einschätzung.

Im Nasdaq 100 zählten die Aktien von AMD mit einem Minus von 2,4 Prozent zu den Verlierern des Tages, nachdem Morgan Stanley sie auf "Equal-weight" herabstufte. Grund der Abstufung war laut der US-Bank eine überzogene Erwartungshaltung der Anleger hinsichtlich AMDs Geschäft mit Künstlicher Intelligenz und ein im Vergleich zu Nvidia und Broadcom zu hoher Aktienwert.

Southwest Airlines verbuchten einen Anstieg um 6,9 Prozent dank des Einstiegs des aktivistischen Investors Paul Singer, dessen Hedgefonds Elliott Investment Anteile im Wert von fast 2 Milliarden Dollar erwarb. Jetzt zählt Singer zu den größten Anteilseignern und möchte Einfluss auf die Unternehmensführung nehmen.

Die Aktien von KKR, Crowdstrike und GoDaddy stiegen wegen ihrer bevorstehenden Aufnahme in den S&P 500 am 24. Juni um bis zu 9 Prozent. GoDaddy erzielte ein Plus von 1,5 Prozent und erreichte ein Rekordhoch.

Zum Schluss stagnierten Nvidia nach ihrem 1:10 Aktiensplit, bei dem der Börsenwert des Unternehmens erstmals 3 Billionen Dollar überschritt. Nvidia liefert sich nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Apple und Microsoft als wertvollster US-Konzern. Microsoft liegt aktuell vorne, gefolgt von Apple. Der Aktiensplit soll die Nvidia-Papiere für Anleger zugänglicher machen.

Am späteren Tag beginnt Apples Entwicklerkonferenz, bei der Technologie von OpenAI eine Rolle spielen könnte. Die Apple-Aktien blieben jedoch unbeeindruckt und sanken um 0,8 Prozent.