Motorola Solutions hat das Geschäftsjahr 2025 nicht nur erfolgreich abgeschlossen, sondern eine finanzielle Machtdemonstration geliefert, die an der Wall Street für Furore sorgt. Mit einem Gesamtjahresumsatz von 11,7 Milliarden US-Dollar und einer operativen Marge, die mit 30,3 Prozent einen neuen historischen Rekordwert markiert, hat sich das Unternehmen endgültig zur unverzichtbaren Infrastruktur-Bank der westlichen Welt gewandelt.
Dabei profitiert der Konzern von einem Trend, der so düster wie lukrativ ist: Der globale Hunger nach Sicherheit. Behörden weltweit rüsten auf, modernisieren ihre veralteten Funksysteme und setzen dabei fast ausschließlich auf die Technik der Amerikaner. Motorola Solutions ist längst kein Handy-Hersteller mehr, sondern das digitale Nervensystem für Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte. Das Unternehmen hat es geschafft, sich tief in die Staatsbudgets der Industrienationen einzunisten – ein Geschäftsmodell, das nahezu immun gegen konjunkturelle Schwankungen ist.

Die nackten Zahlen des vierten Quartals unterstreichen diesen Siegeszug. Ein Umsatzplus von 12 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar in nur drei Monaten zeigt, dass die Wachstumsdynamik trotz der bereits erreichten Größe nicht nachlässt. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 4,59 Dollar im Schlussquartal pulverisierte die Erwartungen der Analysten und setzte dem Rekordjahr die Krone auf.
Ein 15,7 Milliarden Dollar schweres Polster macht den Konzern unangreifbar
Doch die eigentliche Sensation verbirgt sich nicht in der Bilanz der Vergangenheit, sondern in den Auftragsbüchern für die Zukunft. Bis Ende 2025 schwoll der Auftragsbestand auf den astronomischen Wert von 15,7 Milliarden US-Dollar an – eine Steigerung um eine ganze Milliarde innerhalb kürzester Zeit. Für das Management ist dies eine Lebensversicherung in unsicheren Zeiten und bietet eine Planungssicherheit, von der andere Industrie-Giganten nur träumen können.
Diese prall gefüllten Kassen erlauben einen extrem optimistischen Ausblick auf das laufende Jahr 2026. Das Ziel ist klar definiert: Ein Jahresumsatz von rund 12,7 Milliarden US-Dollar und ein bereinigter Gewinn je Aktie von bis zu 16,85 Dollar. Motorola Solutions wächst nicht mehr nur, das Unternehmen skaliert seine Profitabilität in Bereiche, die sonst nur Software-Monopolisten vorbehalten sind.
Besonders der Bereich Software und Dienstleistungen erweist sich dabei als Rendite-Turbo. Weg von der reinen Hardware-Lieferung, hin zu langfristigen Abonnements für KI-gestützte Sicherheitslösungen – das ist die Formel, mit der CEO Greg Brown den Konzernumbau vollendet hat. Wenn eine Stadt einmal das Betriebssystem von Motorola für ihre Notrufzentrale implementiert hat, gibt es kein Zurück mehr.

KI-Schergen in der Cloud: Wie intelligente Videoüberwachung die Kassen füllt
Der nächste große Wachstumstreiber steht bereits in den Startlöchern: KI-gestützte Videoüberwachung. Motorola Solutions investiert massiv in Plattformen, die Gefahren erkennen sollen, bevor sie entstehen. Durch die Verknüpfung von klassischem Behördenfunk mit intelligenter Bildanalyse schafft der Konzern ein geschlossenes Ökosystem der Überwachung, das weltweit auf offene Ohren stößt.
Der globale Markt für öffentliche Sicherheit soll bis Ende 2026 auf ein Volumen von rund 784 Milliarden US-Dollar explodieren. Motorola positioniert sich hierbei als der vertrauenswürdige Partner, der Hardware und Software aus einer Hand liefert. Es ist ein „Lock-in-Effekt“, der den Cashflow kontinuierlich sprudeln lässt. Allein im letzten Jahr generierte das Unternehmen einen operativen Cashflow von 2,8 Milliarden Dollar, für 2026 wird die magische 3-Milliarden-Grenze angepeilt.
Anleger werden bei dieser Erfolgsgeschichte nicht vergessen. Das Unternehmen nutzt seine Finanzkraft für massive Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen. Allein im letzten Quartal flossen fast 700 Millionen Dollar direkt an die Aktionäre zurück. Die Dividende wurde erst kürzlich auf 1,21 Dollar pro Quartal angehoben – ein deutliches Signal des Vertrauens in die eigene Stärke.
Das 2026-Szenario: Wenn Behörden-Budgets zur Goldgrube für Aktionäre werden
Trotz der beeindruckenden Rallye der letzten Monate stellt sich die Frage: Ist die Aktie bereits zu heiß gelaufen? Mit einem aktuellen Kurs von rund 352 Euro (ca. 378 Dollar) ist das Papier kein Schnäppchen mehr. Doch angesichts des gewaltigen Auftragsbestands und der marktbeherrschenden Stellung scheint das Risiko nach unten begrenzt. Motorola Solutions liefert genau das, was Investoren in volatilen Zeiten suchen: Vorhersehbare Gewinne und ein krisensicheres Produkt.
Wer darauf setzt, dass Sicherheit auch in den kommenden Jahren das wichtigste Gut der westlichen Gesellschaften bleibt, kommt an diesem Papier kaum vorbei. Motorola Solutions hat sich vom Hardware-Saurier zum Tech-Champion gewandelt, der die totale Kontrolle über die kritische Kommunikations-Infrastruktur besitzt.
Die Messlatte für 2026 liegt hoch, doch mit einem 15-Milliarden-Dollar-Vorsprung im Rücken scheint der nächste Rekord nur eine Frage der Zeit zu sein.



