17. Juli, 2024

Wirtschaft

Regierungsbericht: Fortschritte bei der Angleichung regionaler Lebensverhältnisse

Regierungsbericht: Fortschritte bei der Angleichung regionaler Lebensverhältnisse

Regionen mit abnehmender Bevölkerung stehen laut einem aktuellen Bericht der Bundesregierung zur Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse vor erheblichen Herausforderungen. Der kürzlich vom Kabinett verabschiedete Gleichwertigkeitsbericht 2024 zeigt jedoch, dass die Unterschiede zwischen den Regionen in vielen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und anderen Indikatoren in den letzten Jahren kleiner geworden sind. Die Ampel-Koalition hebt hervor, dass eine solche umfassende Untersuchung bislang noch nicht durchgeführt wurde.

Dem Bericht zufolge gibt es bei 27 von insgesamt 38 Gleichwertigkeitsindikatoren eine Annäherung. Dazu zählen das kommunale Steueraufkommen, die Arbeitslosenquote, die Anzahl der Straftaten, die Geburtenrate und Lebenserwartung, die Erreichbarkeit des nächsten Supermarkts sowie der Anteil der Waldfläche an der Gesamtfläche der 400 Kreise und kreisfreien Städte.

Allerdings klaffen die Unterschiede in einigen Bereichen weiter auseinander. Dazu gehören der Anteil von Fachkräften und Experten an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die Wohngebäudedichte, das Verhältnis von Kindern zu Kitaplätzen, der Anteil der Einpersonenhaushalte und der Altenquotient. Keine signifikanten Veränderungen gab es hingegen bei der geschlechtergerechten Bezahlung (Gender Pay Gap), der Bevölkerungsentwicklung, der vorzeitigen Sterblichkeit und der Dichte an Hausärzten.

Der Bericht basiert nicht nur auf verfügbaren regionalen Daten wie Gewerbeanmeldungen und dem Anteil Selbstständiger, sondern auch auf einer Umfrage zur Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger in verschiedenen Lebensbereichen, der Infrastruktur und den Leistungen der staatlichen Daseinsvorsorge.

Zusätzlich werden detaillierte Daten zum Gesamtdeutschen Fördersystem für strukturschwache Regionen (GFS) veröffentlicht, das seit 2020 ein zentraler Bestandteil der Gleichwertigkeitspolitik der Bundesregierung ist. Im Jahr 2022 belief sich das GFS-Fördervolumen auf 4,2 Milliarden Euro. Über die Hälfte der Gelder floss in ostdeutsche Kreise, während auch strukturschwache Regionen in Norddeutschland, dem Ruhrgebiet, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und entlang der bayerischen Grenze zu Tschechien relativ hohe Pro-Kopf-Zahlungen erhielten.