17. Juli, 2024

Politik

Rasanter Regierungswechsel in Großbritannien: Keir Starmer übernimmt das Ruder

Rasanter Regierungswechsel in Großbritannien: Keir Starmer übernimmt das Ruder

Die Übergabe der Regierungsgewalt in Großbritannien erfolgt traditionell blitzschnell, besonders wenn ein klarer Wahlsieg der Opposition vorliegt. Gemäß dem 'Cabinet Manual' treten Premierminister und Regierung sofort zurück, und der Monarch lädt den Vorsitzenden der siegreichen Partei zur Regierungsbildung ein. Dieses 'sofort' bedeutet in der Praxis den Morgen nach der Wahl. Rishi Sunak, der seine Parlamentswahl im Norden Englands knapp vor 5 Uhr morgens gewann, war kurz danach auf dem Weg zurück nach London. Traditionell posieren scheidende Premierminister mit ihren Familien für abschließende Fotos vor der Downing Street, bevor sie eine Abschiedsrede halten. Herr Sunak wird um etwa 10:30 Uhr Ortszeit eine solche Ansprache vortragen. Daraufhin erfolgt die kurze Fahrt zum Buckingham-Palast, meist verfolgt von Nachrichtenhubscharubern, wo Sunak in einer privaten Begegnung mit König Charles III. seinen Rücktritt einreichen wird. Der designierte Premierminister Keir Starmer wird mit hoher Wahrscheinlichkeit unmittelbar danach eintreffen – im Jahr 2016 kam Theresa May nur 32 Sekunden nach ihrem Vorgänger David Cameron im Palast an. Diese formelle Übergabe findet in einer privaten Zeremonie statt, bekannt als 'Küssende Hände', wenngleich weder Küsse noch großer Pomp involviert sind. Es wird erwartet, dass die Presse einen Händedruck ablichtet, bevor Starmer um 12:20 Uhr Ortszeit seine erste Rede als Premierminister vor der Downing Street halten wird. Der Einzug in No. 10 Downing Street erfolgt nahezu sofort, begleitet vom Applaus der dauerhaften Beamten. Starmer wird danach sein Kabinett berufen. Die Labour-Partei hat bereits öffentlich gemacht, dass sie plant, die vollständige Kabinettsliste bis etwa 20 Uhr Ortszeit bekannt zu geben. Nachfolgende, weniger hochrangige Ernennungen werden am Samstag erwartet, mit einer kurzen Unterbrechung am Nachmittag für das EM-Viertelfinalspiel der englischen Nationalmannschaft gegen die Schweiz.