18. Juli, 2024

Technologie

Radhaubitze RCH 155: KNDS bringt innovative Feuerkraft auf das Gefechtsfeld

Radhaubitze RCH 155: KNDS bringt innovative Feuerkraft auf das Gefechtsfeld

Der Panzerbauer KNDS präsentiert sein neuestes Waffensystem, die vollautomatisierte und feuerbereite Radhaubitze RCH 155, die sowohl der Bundeswehr als auch weiteren Streitkräften erhebliche Vorteile im Gefecht bieten soll. Diese Radhaubitze, die aus laufender Fahrt schießen kann, benötigt lediglich eine zweiköpfige Besatzung - bestehend aus Fahrer und Geschützkommandant - was die operative Effizienz erhöht.

Till von Westerman, Geschäftsbereichsleiter Kampfsysteme bei KNDS Deutschland, betont auf dem Truppenübungsplatz in Altengrabow, dass dies das Minimum an Besatzung darstellt, welches dennoch eine gute operative Implementierung liefert. Das System wurde dort erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

KNDS, ein Zusammenschluss der deutschen Firma KMW und des französischen Rüstungsunternehmens Nexter, ist bekannt für die Panzerhaubitze 2000, die in mehreren NATO-Armeen im Einsatz ist und fünf Soldaten als Besatzung benötigt. Im Gegensatz dazu ermöglicht die RCH 155, die mit einem gepanzerten Radfahrwerk ausgestattet ist, nicht nur schnelle Geländebewegungen, sondern kann auch mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h über weitere Strecken zum Einsatzort gelangen.

Ein entscheidender Vorteil der neuen Haubitze ist ihre Fähigkeit, ohne Vorbereitungen und Abstützungen in alle Richtungen zu feuern, auch während der Fahrt. Der ferngesteuerte Geschützturm erhöht die Sicherheit der Besatzung, die zudem durch die Mobilität des Fahrzeugs einem Gegenangriff besser entkommen kann. Diese Fähigkeit, sich schnell vom Schussort zu entfernen, erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit der Mannschaft signifikant.

Moderne, endphasengelenkte Munition verstärkt diesen Vorteil. Laut internen Simulationen könnte ein Verband mit RCH 155-Haubitzen gegen zahlenmäßig überlegene Gegner erfolgreich bestehen. Diese Technologie hat das Potenzial, die Kriegsführung grundlegend zu verändern.

Mit einem Gefechtsgewicht von rund 39 Tonnen kann die RCH 155 über 50 Kilometer weit schießen, bei einer Schussfrequenz von neun Schuss pro Minute. Künftige Munition soll Reichweiten bis zu 100 Kilometern ermöglichen. Der Grundpreis pro Einheit liegt bei etwa 10 Millionen Euro, wobei Volumen und Ausstattung die finalen Kosten bestimmen.

Im kommenden Jahr erhält die Ukraine die ersten Einheiten dieser Radhaubitzen. Es sind insgesamt 54 Systeme vorgesehen, die voraussichtlich in einer weitgehend statischen Gefechtslage eingesetzt werden - einer Front, die stabilisiert und befestigt ist. Von Westerman betont, dass weitreichende Artillerie ein entscheidender Faktor in Angriff und Verteidigung sein könnte: 'Für die Ukrainer könnte dies ein entscheidendes Momentum sein, die Initiative zurückzugewinnen.'