Die Entwicklungen im Bereich der Quantencomputer, wie etwa der Willow-Chip von Google, könnten erhebliche Herausforderungen für die heutige Verschlüsselungstechnik darstellen, argumentiert Carlos Perez-Delgado von der University of Kent. Für Bitcoin könnte der Schutz vor einem künftigen Angriff mühsam und kostspielig sein. 'Mit einem leistungsstarken Quantencomputer könnte ich im Grunde die Kontrolle über alle Bitcoin übernehmen', erklärte er.
Die Rekordbewertung von Bitcoin von über 106.000 Dollar ist durch den Fortschritt in der Quantencomputing-Technologie bedroht, da diese die zugrundeliegende Verschlüsselung potenziell außer Kraft setzen könnte. Um eine solche Bedrohung abzuwehren und die Transaktionssicherheit zu gewährleisten, müsste die Kryptowährung einen kostspieligen und zeitaufwendigen Aktualisierungsprozess durchlaufen, der laut neuer Studien fast ein Jahr in Anspruch nehmen könnte.
Forschungen der School of Computing der University of Kent haben berechnet, dass ein vollständiger Schutz vor Quantenangriffen Bitcoin 76 Tage offline setzen würde. Realistischer wäre es, 25% der Serverkapazitäten für das Update abzuzweigen, was jedoch eine Verlangsamung des Handels für etwa 305 Tage—fast zehn Monate—bedeuten würde.
Perez-Delgado, Mitautor der Studie und Dozent an der University of Kent, konnte die genauen Kosten nicht beziffern, doch könnten sie enorm sein. Laut Ponemon Institute kostet eine Ausfallstunde ein Unternehmen 500.000 Dollar. Ein 76-tägiger Stillstand könnte somit 912 Millionen Dollar kosten.
Obwohl ein solch langsames und teures Vorgehen nötig ist, um gegen die aufstrebenden und 'unmittelbaren' Quantenbedrohungen gewappnet zu sein, bleibt die Notwendigkeit, diese herausragende Technologie in den Griff zu bekommen, bestehen. Der kürzlich vorgestellte Willow-Chip von Google könne Berechnungen in fünf Minuten lösen, für die heutige Supercomputer 10 Sextillionen Jahre benötigen würden.
Perez-Delgado betont, dass ein ausreichend großer Quantencomputer es ermöglichen könnte, die Kontrolle über Bitcoin zu übernehmen oder auf sensible Daten wie E-Mails und Konten zuzugreifen, und fügte hinzu: 'Das ist einfach Fakt.'