24. Juli, 2024

Politik

Putin und Modi betonen strategische Partnerschaft zwischen Russland und Indien

Putin und Modi betonen strategische Partnerschaft zwischen Russland und Indien

Der russische Präsident Wladimir Putin und der indische Premierminister Narendra Modi haben bei Gesprächen in Moskau die engen, seit Jahrzehnten bestehenden bilateralen Beziehungen zwischen Russland und Indien hervorgehoben. Putin sprach von einer "privilegierten strategischen Partnerschaft" und lobte die starke Verbindung zwischen den beiden Nationen. Im vergangenen Jahr wuchs der Handel zwischen Russland und Indien um beeindruckende 60 Prozent auf umgerechnet 60,5 Milliarden Euro, was hauptsächlich auf die indischen Importe von Öl und Dünger aus Russland zurückzuführen ist.

Während eines Treffens mit Vertretern der indischen Gemeinschaft in Moskau betonte Modi die gegenseitige Freundschaft und das Vertrauen zwischen beiden Ländern. "Jeder Inder fühlt in seinem Herzen, dass Russland ein Freund Indiens in guten und schlechten Zeiten ist", sagte der Premierminister. Auch lobte er die Führungsqualitäten Putins und unterstrich die langfristige Zusammenarbeit.

In einer gemeinsamen Erklärung wurde bekannt gegeben, dass die beiden Länder ihre Zusammenarbeit bei Militärtechnologien intensivieren wollen. Geplant ist, die gemeinsame Produktion von Ersatzteilen und Verteidigungsausrüstung in Indien zu fördern. Diese verstärkte Kooperation soll den Rückgang der russischen Waffenimporte kompensieren, da Indien zunehmend auf militärische Einkäufe aus den USA, Israel und Frankreich setzt. Zudem wird das Ziel verfolgt, den bilateralen Handel bis 2030 auf ein Volumen von 100 Milliarden US-Dollar zu steigern.

Modi betonte, Indien werde als starke Säule in einer neuen multipolaren Weltordnung anerkannt. Angesichts der zunehmenden Aggressivität Chinas sind die Beziehungen Indiens zu westlichen Ländern von wachsender Bedeutung. In diesem Zusammenhang stellt die enge Beziehung Russlands zu China ein Problem für Indien dar. "Wenn Indien über Frieden, Dialog und Diplomatie spricht, hört die ganze Welt zu", so Modi.

Indien nimmt eine pragmatische Haltung im Ukraine-Krieg ein und ist aufgrund der westlichen Sanktionen gegen Russland zu einem der größten Abnehmer von russischem Öl avanciert. Gleichzeitig ruft die indische Führung immer wieder zu Dialog und Diplomatie auf. Putin dankte Modi für sein Engagement, eine Lösung für den Ukraine-Konflikt zu finden, während er aufgrund eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs in seinen internationalen Kontakten stark eingeschränkt ist.

Die Reise von Modi nach Moskau war darum besonders aufwendig inszeniert. Neben intensiven Gesprächen fuhren die beiden Staatschefs gemeinsam in einem Elektro-Cart und besuchten eine Pferdeshow.

Die herzliche Begrüßung zwischen Modi und Putin stieß jedoch auf scharfe Kritik aus der Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte die Umarmung einen "Tiefschlag für Friedensbemühungen." In den sozialen Netzwerken Indiens wurde Modi jedoch eher in Schutz genommen, indem man seine Haltung als Vertretung der nationalen Interessen beschrieb – ähnlich wie es viele westliche Politiker tun.