22. Februar, 2024

Politik

Protestwelle erschüttert Bulgariens Agrarsektor: Landwirte fordern faire Kompensation

Protestwelle erschüttert Bulgariens Agrarsektor: Landwirte fordern faire Kompensation

In Bulgarien sorgen Landwirte mit einer Protestaktion für Aufsehen und blockierten den Verkehr mit einer imposanten Anzahl an Agrarmaschinen. Sie fordern eine faire Kompensation angesichts günstigerer Importe aus der Ukraine und legten für zwei Stunden lebenswichtige Verkehrsadern lahm, darunter die Hauptverbindung E79 nach Griechenland sowie strategische Wege zur rumänischen Grenze und zur Küstenstadt Warna. Kostadin Kostadinow, Vorsitzender der Bulgarischen Agrarkammer, bezifferte die eingesetzten Maschinen auf Tausende.

Die Landwirte zeigten sich unzufrieden mit dem Angebot der Regierung, das lediglich finanzielle Ausgleiche für steuerlich nachgewiesene Verluste vorsieht. Ministerpräsident Nikolaj Denkow verwies auf 150 Millionen Lewa, umgerechnet etwa 77 Millionen Euro, für diesen Zweck. Denkow betonte, dass profitierende Landwirte nicht von der Regierung unterstützt werden könnten. Die Landwirte halten das für unzulänglich und fordern einen anderen Ansatz zur Verlustberechnung sowie Hilfe für weitere Agrarsegmente, einschließlich Gemüse- und Obstanbau sowie Viehzucht.

Die Unzufriedenheit im Sektor kommt nicht von ungefähr: Bereits am Tag zuvor demonstrierten Viehzüchter und Milchproduzenten vor dem Agrarministerium in Sofia und verlangten den Rücktritt des Agrarministers Kiril Watew. Die Protestbewegung kündigte an, in der darauffolgenden Woche die Hauptstadt zu erreichen, wobei die Aktionen stetig intensiviert werden sollen.

Ministerpräsident Denkow vermutet einen politischen Beweggrund hinter den Bauernprotesten, besonders angesichts der bevorstehenden Änderungen an der Regierungsspitze. Diese strategische Platzierung der Unmutsbekundungen deutet auf ein tiefergehendes Unbehagen mit der aktuellen Agrarpolitik hin.