Inmitten der gestörten Harmonie zwischen den politischen Flügeln Deutschlands verkündet der CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt klare Worte: Vor der Neuwahl des Bundestags seien keine Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise zu erwarten. Diese Botschaft wurde den Zuschauern der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner" übermittelt, in der Dobrindt den Maßnahmenvorschlägen der rot-grünen Minderheitsregierung eine deutliche Absage erteilte.
Die Kritik fußt auf der Annahme, dass bislang kein "einigungsfähiges Konzept" vorgelegt wurde. Dobrindt bekräftigte seine Haltung mit dem prägnanten Satz: "Wo es keine klugen und guten Konzepte gibt, kann man's auch nicht machen." Diese klaren Worte lassen auf ein Umdenken in der herkömmlichen Parteienpolitik hoffen, sind jedoch zugleich ein Ausdruck eines temporären Patts.
Trotz dieser klaren Abgrenzung bemühte sich der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil um eine gemeinsame Initiative zur Problemlösung. Ebenfalls in der illustren Runde der Talkshow sprach Klingbeil sich erneut für eine Kooperation zwischen SPD und Union aus, mit dem Ziel, Arbeitsplätze zu retten und die Energiekrise zu entschärfen. Wie dieser Aufruf bei den Parteimitgliedern der Union ankommt, bleibt vorerst abzuwarten.