16. Juni, 2024

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Politische Unsicherheit drückt europäische Energie-Aktien

Politische Unsicherheit drückt europäische Energie-Aktien

Die Aktien europäischer Energieunternehmen sind zu Wochenbeginn von einer Welle politischer Unsicherheit getroffen worden. Die Papiere des Windkraftanlagen-Herstellers Nordex verzeichneten einen Rückgang von 1,5 Prozent. Auch beim DAX-Konzern RWE und dem Spezialisten für Solartechnologie SMA wurden Rückgänge von 1,1 respektive 1,2 Prozent beobachtet.

Auf europäischer Ebene hatten rechte Parteien bei den Wahlen erhebliche Gewinne erzielt, was den Markt beunruhigte. „Der Rechtsruck in Europa bringt politische Unsicherheit zurück auf das Börsenparkett“, äußerte sich Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. In Deutschland sorgte das schlechte Abschneiden der Ampel-Koalition für Aufsehen, insbesondere die Grünen, die sich als treibende Kraft der deutschen Energiewende verstehen, mussten deutliche Verluste hinnehmen. Ihr Stimmenanteil fiel von 20,5 Prozent auf 11,9 Prozent.

In Frankreich war die Unsicherheit besonders ausgeprägt. Präsident Emmanuel Macron plant die Neuwahl der Nationalversammlung, um seine politische Basis zu stärken. Dieses Vorhaben gestaltet sich schwierig, da seine Partei derzeit geschwächt wirkt. „Macrons Partei wird es nicht leicht haben, eine Mehrheit zu erreichen“, analysierte JPMorgan-Experte Raphael Brun-Aguerre.

Zusätzlich sieht Barclays-Analyst Peter Crampton erhöhte Risiken für französische Energieversorger durch die politische Lage. Dies spiegelte sich in einem Kursverlust von 3,2 Prozent bei den Aktien von Engie wider.