Die britische Labour-Partei hat beschlossen, keine Entschädigungen für beinahe vier Millionen Frauen zu zahlen, die durch Änderungen des Rentenalters finanzielle Einbußen erlitten haben. Noch in der Oppositionsrolle hatte Labour versprochen, dieses historische Unrecht zu beheben. Die derzeitige Arbeits- und Rentenministerin Liz Kendall stellte klar, dass es keine Zahlungen geben wird.
Im März hatte der parlamentarische Ombudsmann festgestellt, dass das britische Rentenministerium die Änderungen am gesetzlichen Rentenalter nicht đủrchdringend kommuniziert habe. Eine Entschädigung von bis zu 2.950 Pfund pro Person wurde empfohlen – insgesamt bis zu 10,5 Milliarden Pfund.
Labour wies jedoch die Empfehlungen des Ombudsmanns zurück und argumentierte, dass die meisten betroffenen Frauen über die Änderungen informiert gewesen seien und zusätzliche Briefe den Sachverhalt nicht geändert hätten. Kendall betonte im Parlament, man werde mit dem Ombudsmann zusammenarbeiten, um Maßnahmen für die Zukunft auszuarbeiten.
Trotz des Versprechens aus dem Jahr 2019, Entschädigungen von bis zu 31.300 Pfund zu zahlen, verteidigt Labour seine Entscheidung. Die Schattenministerin für Arbeit und Renten, Helen Whatley, kritisierte die Entscheidung scharf und bezeichnete sie als großen Rückschlag für die sogenannten "Waspi-Frauen". Auch der liberaldemokratische Abgeordnete Steve Darling zeigte sich empört über dieses "Verrat" an den betroffenen Frauen.