Der harte Sparkurs zahlt sich aus und treibt den operativen Gewinn nach oben
Electrolux hat die Markterwartungen im vierten Quartal signifikant übertroffen. Der schwedische Konzern, der im direkten Wettbewerb mit Midea und Whirlpool steht, meldete einen Betriebsgewinn von 1,52 Milliarden schwedischen Kronen (ca. 134 Millionen Euro). Dies stellt eine deutliche Steigerung gegenüber den 1,05 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum dar.
Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit einem operativen Ergebnis von 1,18 Milliarden Kronen gerechnet. Diese positive Abweichung unterstreicht die Effektivität der internen Effizienzmaßnahmen.
Auch umsatzseitig gab es leichte Entspannung. Der organische Umsatz legte um zwei Prozent zu, was in einem volatilen Marktumfeld als Zeichen der Stabilisierung gewertet werden kann.
Die Schuldenlast zwingt das Management zur kompletten Streichung der Dividende für 2025
Trotz der operativen Erfolge müssen sich Aktionäre auf eine Nullrunde einstellen. Das Management hat vorgeschlagen, für das Jahr 2025 keine Dividende auszuschütten. Dieser Schritt war am Markt bereits antizipiert worden, trifft einkommensorientierte Investoren jedoch hart.
Primäres Ziel dieser Maßnahme ist der Abbau des Schuldenbergs. Die Liquidität soll im Unternehmen gehalten werden, um die Bilanzstruktur nachhaltig zu stärken und finanzielle Flexibilität in unsicheren Zeiten zu gewährleisten.
Strafzölle in Nordamerika bedrohen das zukünftige Wachstum und die Margen massiv
Der Ausblick für das Nordamerika-Geschäft ist von erheblichen Risiken geprägt. Insbesondere die Zollpolitik bereitet der Konzernführung Sorgen. Eine Anpassung der Marktpreise an die gestiegenen Zollkosten gilt als unumgänglich, was jedoch die Nachfrage dämpfen könnte.
„Die geowirtschaftliche Unsicherheit in Nordamerika dürfte anhalten“, so Konzernchef Yannick Fierling.
Fierling betonte weiter, dass die aktuelle Zollstruktur eine Preisanpassung erzwinge. Dies werde zwangsläufig negative Effekte auf das Marktwachstum und das Konsumverhalten in der Region haben.
Externe Belastungsfaktoren werden das Ergebnis im Jahr 2026 erheblich drücken
Der Konzern blickt auch über das laufende Jahr hinaus mit Skepsis in die Zukunft. Für das Jahr 2026 rechnet Electrolux fest damit, dass externe makroökonomische Faktoren das Ergebnis belasten werden.
Im Zentrum dieser Warnung stehen erneut die Zölle. Diese werden als wesentlicher Treiber für Ergebnisbelastungen identifiziert, was die Notwendigkeit des aktuellen Sparkurses und der Dividendenstreichung retrospektiv rechtfertigt.

