Die neuen Gewinnziele verfehlen die Erwartungen der Wall Street deutlich
An der Börse herrscht Alarmstimmung rund um den US-Kosmetikkonzern Estee Lauder. Die Aktie geriet im vorbörslichen Handel massiv unter Druck und verzeichnete einen Kursrutsch von rund neun Prozent. Auslöser für die Verkaufswelle ist ein enttäuschender Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr, der die Marktteilnehmer kalt erwischte.
Für das Geschäftsjahr 2025/26 stellte der Vorstand lediglich ein Umsatzwachstum zwischen drei und fünf Prozent in Aussicht. Besonders kritisch bewerten Analysten die Gewinnprognose: Der angekündigte bereinigte Gewinn je Aktie von 2,05 bis 2,25 Dollar liegt selbst in der Mitte der Spanne unter den bisherigen Schätzungen des Marktes.
Steigende Kosten und Zölle belasten die Margen des Kosmetikkonzerns massiv
Die Gründe für die eingetrübten Gewinnaussichten sind struktureller und externer Natur. Estee Lauder sieht sich gezwungen, die Ausgaben für Marketing und Produktinnovationen signifikant zu erhöhen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Diese Investitionen drücken kurzfristig auf die Profitabilität.
Zusätzlich belasten geopolitische und handelspolitische Faktoren die Bilanz. Der Konzern führt explizit Belastungen durch Zölle als Grund für den verhaltenen Ausblick an, was Anleger bei Marken wie La Mer, Clinique oder Bobbi Brown verunsichert.
CEO Stephane de La Faverie forciert einen radikalen Umbau des Konzerns
Während der Blick in die Zukunft Sorgen bereitet, zeigte sich die jüngste Vergangenheit stabil. Der Umsatz im abgelaufenen zweiten Quartal lag mit 4,23 Milliarden Dollar im Rahmen der Erwartungen. Dies konnte den Kurssturz jedoch nicht verhindern.
Hoffnungsträger bleibt Vorstandschef Stephane de La Faverie, der den Konzern aktuell umbaut. Seine Strategie zielt auf eine deutlich schnellere Markteinführung neuer Produkte ab, insbesondere im Bereich der Hautpflege. Gleichzeitig plant das Management den Vorstoß in neue Luxus-Preisklassen, um die Margen langfristig wieder zu stabilisieren.

