23. Juni, 2024

Politik

Ostasiatische Gipfeldiplomatie: Annäherung in Seoul

Ostasiatische Gipfeldiplomatie: Annäherung in Seoul

Die Hauptstädte Ostasiens senden ein Zeichen der Kooperation: Fumio Kishida, der japanische Premierminister, und sein chinesischer Amtskollege, Li Qiang, gaben in Seoul ihr Stelldichein vor dem ersten trilateralen Gipfeltreffen mit Südkorea seit 2019. Empfangen wurden sie vom südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol, der einzelne Vorbesprechungen führte. In diesen Gesprächen ging es nicht nur um die bilateralen Beziehungen, sondern auch um die Planung des mit Spannung erwarteten Gipfeltreffens. Japanische Medien erwähnten zusätzlich die Perspektive eines ersten Aufeinandertreffens Kishidas mit dem neu ernannten chinesischen Regierungschef, der seit März dieses Jahres sein Amt bekleidet.

In Anbetracht der sich rapide wandelnden geopolitischen Lage in der Region betonte Kishida vor seiner Abreise die Wichtigkeit dieses Austauschs für die Sicherung des regionalen Friedens. Das Zentrum der Gespräche bildet die Intensivierung der Zusammenarbeit in Wirtschaft und Handel sowie der gemeinsame Kampf gegen den Klimawandel. Der Austausch wurde durch die Pandemie und diplomatische Spannungen zwischen Südkorea und Japan, beide enge Alliierte der USA, temporär ausgebremst, nimmt nun aber wieder an Fahrt auf.

Die engen Handelsbeziehungen und die geschichtliche Verbindung der Länder zu China stehen einer wachsenden Bedenken teilenden Allianz mit Washington gegenüber, insbesondere im Hinblick auf Chinas aufstrebende Ambitionen. Die Beziehung zu den USA wurde durch eine intensivierte Verteidigungsallianz gestärkt, die gleichsam als Signal an China verstanden werden darf. Diese Entwicklungen zeichnen die Dynamik vor dem aktuellen Dreiertreffen nach und lassen hoffen, dass der Dialog zu einer weiteren Stabilisierung der Verhältnisse in Ostasien beitragen wird.