22. Februar, 2024

Wirtschaft

Optimismus mit Vorbehalt: ZEW-Konjunkturindikator klettert, Lagebeurteilung trübt sich ein

Optimismus mit Vorbehalt: ZEW-Konjunkturindikator klettert, Lagebeurteilung trübt sich ein

Die Zuversicht unter den deutschen Finanzprofis hat im Februar weiter zugelegt, vermeldet das Mannheimer ZEW-Institut. Mit einem satten Sprung um 4,7 Zähler auf nunmehr 19,9 Punkte erreicht das Konjunkturbarometer einen Höhepunkt, den es seit über einem Jahr nicht mehr verzeichnet hat. Dieser Anstieg übertrifft die Prognosen von Analysten, die einen moderateren Zuwachs auf 17,3 Punkte angenommen hatten.

Doch während die Erwartungen aufblühen, zeigt der Blick auf die Gegenwart ein weniger rosiges Bild. Die aktuelle Einschätzung der Wirtschaftslage ist eingetrübt und fällt um 4,4 Punkte auf ein tiefes Minus von 81,7. Die letzte derart pessimistische Bewertung lässt sich bis auf den Sommer des Jahres 2020 zurückverfolgen. Somit haben sich auch hier die düsteren Vorhersagen der Ökonomen, die einen Rückgang auf minus 79,0 Punkte vorausgesagt hatten, nicht bewahrheitet.

Achim Wambach, Präsident des ZEW, nimmt kein Blatt vor den Mund: 'Die deutsche Wirtschaft steht nicht gut da', konstatiert er und führt den Sprung in den Erwartungen auf eine mögliche Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) zurück. Ein Großteil der befragten Experten geht davon aus, dass sinkende Inflationsraten die EZB innerhalb der nächsten sechs Monate zu einer Lockerung der Zinspolitik veranlassen könnten.