23. Juni, 2024

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Ölpreise unter Druck: Opec+ sendet gemischte Signale

Ölpreise unter Druck: Opec+ sendet gemischte Signale

Die Ölpreise haben zum Wochenstart stark nachgegeben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli fiel am Nachmittag auf 78,59 US-Dollar, was einen Rückgang um 2,53 Dollar gegenüber dem Freitagabend bedeutete. Erstmals seit Februar liegt der Preis damit unter der Marke von 80 Dollar. Ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) verzeichnete ebenfalls einen Preisrückgang und wurde für 74,30 Dollar – 2,69 Dollar weniger als am Freitag – gehandelt.

Trotz dieses Preisrückgangs hält das erweiterte Rohölkartell Opec+ sein Angebot weiterhin knapp. Die rund zwanzig Förderstaaten haben beschlossen, sowohl die Opec-weiten Produktionsbeschränkungen als auch einen Teil der zusätzlichen Kürzungen von acht Mitgliedern bis Ende 2025 beizubehalten. Die zusätzlichen Kürzungen belaufen sich auf insgesamt 1,65 Millionen Barrel Rohöl.

Ein Teil der freiwilligen Förderkürzungen, zu denen prominente Erdölländer wie Saudi-Arabien und Russland gehören, soll jedoch ab Oktober schrittweise aufgehoben werden. Dieser Teil umfasst insgesamt 2,2 Millionen Barrel Erdöl.

Diese doppelseitige Strategie der Opec sendet widersprüchliche Signale: Einerseits hält das Kartell die Förderung grundsätzlich knapp, andererseits deutet es mit dem schrittweisen Auslaufen mancher Produktionskürzungen eine Lockerung an. Die US-Investmentbank Goldman Sachs warnt, dass diese gemischten Botschaften den Ölpreis belasten könnten, da eine künftige Erhöhung der Fördermenge angekündigt wurde.