21. Juni, 2024

Wirtschaft

Olaf Scholz plädiert für offenen Handel: Opel feiert 125 Jahre Automobilbau

Olaf Scholz plädiert für offenen Handel: Opel feiert 125 Jahre Automobilbau

Bundeskanzler Olaf Scholz betonte bei den Feierlichkeiten zu „125 Jahre Automobilbau bei Opel“ in Rüsselsheim die Bedeutung offener Märkte und warnte vor Protektionismus. „Wir verschließen unsere Märkte nicht vor ausländischen Unternehmen. Denn das wollen wir umgekehrt für unsere Unternehmen ja auch nicht“, sagte der SPD-Politiker. Protektionistische Maßnahmen und regelwidrige Zollschranken würden letztlich nur dazu führen, dass alles teurer wird und wir alle ärmer werden, so Scholz weiter.

Scholz zeigte sich optimistisch bezüglich der Zukunft der deutschen Automobilindustrie: „Ich habe keinen Zweifel: Wir werden auch in diesem Jahrhundert mit unserer Automobilindustrie ganz vorne dabei sein, wenn wir auf Fortschritt und Erneuerung setzen.“ Ein fairer und freier Welthandel sei jedoch eine Grundvoraussetzung dafür. Hintergrund sind die jüngsten Maßnahmen der USA, die Mitte Mai Sonderzölle von 100 Prozent gegen Elektroauto-Importe aus China verhängt hatten. Die EU prüft ebenfalls den Einfluss chinesischer Subventionen auf den E-Auto-Markt und entscheidet über mögliche Strafzölle.

Opel-Chef Florian Huettl bekräftigte den Kurs des Unternehmens hin zur Elektromobilität. „Ab 2025 wird jedes neue Opel-Modell rein batterieelektrisch sein“, kündigte Huettl anlässlich des Jubiläums an. Demnach soll Opel ab 2028 in Europa ausschließlich Elektroautos anbieten. Diese Pläne brachte Huettl bereits im April bei der Vorstellung eines neuen E-Modells in Eisenach zur Sprache, trotz der Unsicherheit, die durch das Auslaufen der Bundesförderung für E-Fahrzeuge im Dezember entstanden war.

Scholz rief die Mitarbeiter von Opel auf, sich dem fairen Wettbewerb zu stellen, auch gegen neue Konkurrenten aus China. Einen Tag vor der Europawahl bekräftigte der Kanzler die Bedeutung des klimafreundlichen Umbaus der Wirtschaft, insbesondere im Verkehrssektor. „Wir stehen zum Ausbau der Elektromobilität. Wer das jetzt zurückdrehen will, gefährdet nicht nur alles bisher Erreichte, sondern auch unseren Wohlstand und unsere Zukunft als Industrienation.“

Die Geschichte von Opel im Automobilbau begann vor 125 Jahren mit dem „Patentmotorwagen System Lutzmann“, dem ersten Automobil des Unternehmens, nachdem die Anhaltinische Motorwagenfabrik und deren Gründer Friedrich Lutzmann übernommen worden waren. Nach fast 90 Jahren im Besitz des US-Konzerns General Motors wurde Opel im Sommer 2017 von PSA übernommen, die mittlerweile in Stellantis aufgegangen ist. Als einzige deutsche Marke in diesem europäisch-amerikanischen Konzern erwirtschaftet Opel seit einigen Jahren wieder Gewinne, auch dank Restrukturierungsmaßnahmen und einem Stellenabbau. Neben dem Stammsitz in Rüsselsheim betreibt Opel Werke in Eisenach und Kaiserslautern.