19. April, 2024

Wirtschaft

Ökonomisches Barometer: Inflation in der Eurozone kühlt weiter ab

Ökonomisches Barometer: Inflation in der Eurozone kühlt weiter ab

In den Wirtschaftskreisen der Eurozone weht derzeit eine leichtere Brise - die Inflation hat im März überraschend an Tempo verloren. Nach frischen Zahlen, die das Statistikamt Eurostat kürzlich veröffentlichte, liegen die Verbraucherpreise nur noch 2,4 Prozent über dem Stand des gleichen Monats im Vorjahr. Damit unterbietet die Teuerungsrate die Erwartungen des Marktes, der von einer 2,5-prozentigen Inflation ausgegangen war, und setzt einen kühleren Trend fort: Bereits im Vormonat hatten die Zahlen mit 2,6 Prozent und im Januar mit 2,8 Prozent leicht verbesserte Werte gezeigt. Diese fortlaufende Abkühlung könnte die Türen für eine Zinssatzsenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni weit öffnen.

Die Annäherung an den angestrebten Wert der EZB – ein Plus von rund zwei Prozent - scheint sich zu verstetigen, nachdem die Zenitmarke von 10,7 Prozent Teuerung im Herbst des vergangenen Jahres erreicht worden war. Eine hohe Teuerung hatte die Zentralbank zu einer drastischen Erhöhung der Zinsen motiviert, doch nun lässt das Inflationsgespenst scheinbar nach. Das zeigte sich auch im Monatsvergleich, bei dem die Preise um 0,8 Prozent zulegten - ein geringerer Anstieg, als die Volkswirtschaftsexperten mit 0,9 Prozent prognostiziert hatten.

Neben dem allgemeinen Teuerungstrend liefert die Kerninflation, die ohne preisvolatile Güter wie Energie und Lebensmittel berechnet wird, spannende Erkenntnisse. Mit einer Reduzierung auf 2,9 Prozent im März von ehemals 3,1 Prozent bewegt sich diese Kennzahl nur knapp über den Vorhersagen und reflektiert die basisnahe Preisentwicklung.

Insbesondere bei den täglichen Bedürfnissen ist eine merkliche Entspannung zu bemerken: Für Nahrungsmittel und Genussgüter fielen die Preisanstiege mit 2,7 Prozent deutlich geringer aus als im Februar, als sie noch um 3,9 Prozent stiegen. Auch der Energiesektor zeigte sich weiterhin von seiner günstigen Seite, wenngleich der Preisrückgang auf Jahresbasis leicht nachließ.

Regional betrachtet, zeichnet sich ein differenziertes Bild: Kroatien verzeichnet mit 4,9 Prozent die höchste Inflation der Währungsunion, während Lettland mit 0,3 Prozent das untere Ende der Skala markiert. In Deutschland fiel der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) im Vergleich zum Vorjahr auf 2,3 Prozent.