10. Februar, 2026

Grün

Öko-Trend unter der Lupe: Deutschlands Bio-Sektor im Realitätsvergleich

In einem dynamischen globalen Umfeld, das von einem wachsenden Interesse an Bioprodukten geprägt ist, hat der Markt für Bio-Lebensmittel in Deutschland im vergangenen Jahr eine signifikante Umsatzsteigerung erfahren. Dies geht aus einem Bericht des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hervor. Während die genauen Zahlen zum Umsatz noch ausstehen, wird ihre Veröffentlichung mit Spannung in Erwartung der BIOFACH in Nürnberg erwartet. Die BIOFACH ist als die international größte Messe für Bio-Produkte und Naturkosmetik anerkannt und bietet eine bedeutende Plattform für die Präsentation und Diskussion von Innovationen und Trends im Biosektor.

Ein starkes Eintreten für die Umstellung auf biologische Landwirtschaft kam von Michaela Kaniber, der bayerischen Landwirtschaftsministerin. Sie betonte die gegenwärtigen Chancen für Landwirte, die an einer Umstellung auf ökologischen Landbau interessiert sind, und unterstrich das staatliche Ziel, den Anteil der biologisch bewirtschafteten Flächen in Bayern bis 2030 auf 30 Prozent zu erhöhen. Aktuell liegt der Anteil der Bio-Flächen bei etwa 14 Prozent, was den Ehrgeiz der bayerischen Agrarpolitik verdeutlicht und eine bedeutende Herausforderung darstellt.

Obwohl die Nachfrage nach Bio-Produkten weiter wächst, zeigen die jüngsten Entwicklungen in der bayerischen Agrarwirtschaft ein differenziertes Bild. Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass Bayern im letzten Jahr einen Rückgang der ökologisch genutzten Flächen um 5.000 Hektar von insgesamt 430.000 Hektar verzeichnete. Darüber hinaus haben über 300 landwirtschaftliche Betriebe die Bio-Förderung aufgegeben, während 266 neue Betriebe den Schritt zur biologischen Bewirtschaftung vollzogen haben.

Kritik an der derzeitigen politischen Strategie wurde von den Grünen geäußert. Martin Häusling, Mitglied des Europäischen Parlaments, bezeichnete den rückläufigen Trend zur Umstellung auf biologische Landwirtschaft als alarmierendes Warnsignal. Er prangerte die mangelnde Weitsicht in der Agrarpolitik an und nannte es paradox, dass Deutschland in einem expandierenden Markt ein rückläufiges Interesse an der Bio-Umstellung verzeichnet. Diese Kritik unterstreicht die Notwendigkeit einer verstärkten politischen Unterstützung und Weitsicht, um die Transformation zur biologischen Landwirtschaft voranzutreiben und die Chancen des wachsenden Marktes optimal zu nutzen.