Nvidia hat zweifellos bisher die Führung in der Revolution der künstlichen Intelligenz übernommen. Seit Anfang 2023, kurz nach der Einführung von ChatGPT, hat sich der Aktienkurs fast verzehnfacht. Damit stieg Nvidia zunächst zur wertvollsten Firma der Welt auf, bevor dieser Titel erneut an Apple überging. Die jüngsten Quartalszahlen verdeutlichen Nvidias Stärke: Der Umsatz stieg um 94 Prozent auf 35,1 Milliarden Dollar, während sich der bereinigte Nettogewinn auf 20 Milliarden Dollar, also 0,81 Dollar pro Aktie, verdoppelte.
Nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts stiegen die Nvidia-Aktien am 21. November auf 152,89 Dollar pro Aktie. Doch überraschenderweise begann der Aktienkurs danach zu sinken, während der breite Markt weiter zulegte – offensichtlich hielten Investoren die Bewertung für zu hoch. Am 17. Dezember lag der Kurs 15 Prozent unter seinem Höchststand, nach vier aufeinanderfolgenden Verlusttagen.
Es gibt keine signifikanten Nachrichten, die diesen Kursrückgang erklären könnten, auch keine auffälligen tagesbezogenen Bewegungen. Bloomberg berichtete jedoch, dass China eine kartellrechtliche Untersuchung in Bezug auf Nvidias Übernahme von Mellanox aus dem Jahr 2019 eingeleitet hat, was teilweise Sorgen schüren könnte. Auch die Verschiebung in den KI-Ausgaben weg von Nvidias Kernbereichen, zunehmender Wettbewerb und die Tatsache, dass KI sich noch nicht auf Verbraucherebene durchsetzen konnte, belasten den Aktienkurs.
Zusätzlich belastete der Rückzug auch die starken KI-Prognosen von Broadcom im vierten Quartalseinkommensbericht. Broadcom verzeichnete einen Anstieg von 220 Prozent im Bereich der KI im Jahr 2024 und prognostizierte einen weiteren Wachstum von 65 Prozent im ersten Quartal. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Nvidia die Lorbeeren im KI-Rennen nicht mehr allein einstreichen wird.
Einige Anleger, die von den bisherigen hohen Gewinnen mit Nvidia profitieren, überlegen nun scheinbar, ihre Portfolios mit anderen Chipherstellern zu diversifizieren. Trotz des Kursrückgangs nach dem anfänglichen Gewinnschub, bleiben Nvidias Aussichten stark. Durch die Lösung der Überhitzungsprobleme bei der neuen Blackwell-Plattform kann Nvidia weiterhin eine Nachfrage verzeichnen, die das Angebot übertrifft. CEO Jensen Huang und CFO Colette Kress beschrieben die Nachfrage als „unglaublich“ und prognostizierten, dass die Nachfrage das Angebot bis ins Geschäftsjahr 2026 übertreffen wird.