21. Juni, 2024

Wirtschaft

Notenbankchef von Frankreich plädiert für flexible Zinspolitik der EZB

Notenbankchef von Frankreich plädiert für flexible Zinspolitik der EZB

In der Debatte über den künftigen Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) meldet sich der französische Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau mit einer bemerkenswerten Position zu Wort. Entgegen der vertretenen Meinung einiger seiner Kollegen spricht er sich für die Möglichkeit aus, dass nach dem erwarteten Zinsschritt der EZB im kommenden Juni weitere Anpassungen nicht zwingend an quartalsweise veröffentlichte Wirtschaftsprognosen geknüpft sein sollten. Dies erläuterte Villeroy de Galhau in einem aktuellen Interview. Seiner Auffassung nach sollte man sich nicht auf einen bestimmten Monat wie Juli festsetzen, aber gleichzeitig die geldpolitische Flexibilität nicht unnötig einschränken.

Die Tendenz am Finanzmarkt, nach einer ersten expansiven Maßnahme seitens der EZB eine Atempause zu erwarten, sieht Villeroy de Galhau kritisch. Bisher haben sich zu diesem Thema mehrere Notenbankvertreter geäußert, unter ihnen auch Joachim Nagel, Präsident der deutschen Bundesbank. Die Inflation, deren schleichende Rückbildung im Zentrum der geldpolitischen Entscheidungen der EZB steht, gibt allerdings Anlass zur Vorsicht; sie zeigt ein langsames Nachlassen, das ein zögerliches Handeln nahelegen könnte.