20. Juni, 2024

Wirtschaft

Nordsee-Gasförderung: Widerstand von deutschen Nordseeinseln nimmt zu

Nordsee-Gasförderung: Widerstand von deutschen Nordseeinseln nimmt zu

Die kürzlich erteilte Genehmigung zur Erdgasförderung in der niederländischen Nordsee nahe dem Wattenmeer hat auf den deutschen Nordseeinseln Borkum und Juist große Besorgnis ausgelöst. In einem formellen Schreiben an Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) fordern die Bürgermeister von Borkum und Juist, Jürgen Akkermann und Tjark Goerges, das Vorhaben auf deutscher Seite zu stoppen. Der Brief, der auch an Ministerpräsident Stephan Weil und Wirtschaftsminister Olaf Lies (beide SPD) gesandt wurde, betont, dass das Projekt unvereinbar mit den deutschen Meeres- und Klimaschutzzielen sowie dem Status des Wattenmeers als UNESCO-Weltnaturerbe ist.

Ein Konsortium um den Energie-Konzern One-Dyas plant, Erdgas aus einem Feld in der Nordsee zu fördern. Eine Förderplattform soll 23 Kilometer nordwestlich von Borkum errichtet werden, sowohl in niederländischen als auch in deutschen Hoheitsgebieten in der Nähe des niedersächsischen Nationalparks Wattenmeer. Während die niederländische Genehmigung bereits erteilt wurde, läuft das Verfahren auf deutscher Seite noch beim niedersächsischen Landesbergbauamt.

Die Bürgermeister warnen vor den ökologischen Risiken und Auswirkungen auf das Ökosystem Wattenmeer. Sie ziehen Parallelen zur Erdgasförderung auf dem niederländischen Festland, die in der Vergangenheit zu erheblichen Schäden und Verunsicherung in der Bevölkerung geführt hat. Das Wattenmeer sei ein essentielles Instrument im Kampf gegen den Klimawandel sowie Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten, so die Argumentation.

Innerhalb der niedersächsischen rot-grünen Landesregierung gibt es unterschiedliche Meinungen zu dem Projekt. Umwelt- und Energieminister Christian Meyer hat sich wiederholt gegen die Notwendigkeit der Erdgasförderung vor der niedersächsischen Küste ausgesprochen und das Vorhaben als nicht genehmigungsfähig bezeichnet. Ministerpräsident Stephan Weil hingegen hält sich mit einer persönlichen Positionierung zurück und betont die Notwendigkeit einer gründlichen Prüfung.