Angesichts der zunehmenden finanziellen Schwierigkeiten von Studierenden spricht sich Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs für eine deutliche Anhebung der Bafög-Sätze aus. Der SPD-Politiker betont, die Unterstützungszahlungen sollten auf dem Niveau der Grundsicherung liegen, um die Studierenden, die speziell seit der Energiekrise in Not geraten sind, wirksam zu entlasten. Die bereits geplante Reform der Ampelkoalition sieht unter anderem eine Startförderung in Höhe von 1.000 Euro für Studienanfänger aus einkommensschwächeren Familien vor, um Kosten für Laptops, Bücher oder Umzüge zum Studienort zu decken.
Das Bafög selbst, das zuletzt im Wintersemester 2022/23 um 5,75 Prozent erhöht wurde, wird durch die Reform nicht weiter angehoben. Stattdessen ist geplant, die Freibeträge zu erhöhen, um mehr Studierende in den Genuss der Förderung kommen zu lassen. Mohrs betont die Notwendigkeit einer langfristigen Modernisierung des Bafög durch den Bund, um noch mehr Studierenden Unterstützung bieten zu können.
Studierendenvertretungen plädieren für weitere Unterstützungsmaßnahmen und kritisieren insbesondere die hohen Mieten in Universitätsstädten sowie fehlende Mittel für den Ausbau von Wohnheimplätzen. Darüber hinaus macht der Studierendenausschuss aus Göttingen auf andere Probleme wie psychische Belastungen, körperliche Einschränkungen, Sprachbarrieren und Betreuungspflichten bei den Studierenden aufmerksam.
Zur finanziellen Entlastung trägt in Niedersachsen das sogenannte Niedersachsen-Menü bei, welches 2022 über 1,5 Millionen Mal in Mensen verkauft wurde. Dieses vergünstigte Angebot soll laut Minister Mohrs und Sprecherin Elisabeth Tacke vom Studierendenausschuss der Universität Lüneburg bestehen bleiben und weiter ausgebaut werden.
Ein weiterer Trend in den Mensen setzt sich fort: Mehr regionale und fleischlose Gerichte werden angeboten, und einige Mensen bieten ausschließlich vegetarische oder vegane Speisen an. Auch die Zahl verkaufter Mahlzeiten stieg im post-pandemischen Normalbetrieb an und zeigt für das erste Quartal des laufenden Jahres weiteres Wachstum.