18. Juli, 2024

Unternehmen

Nickel-Panik: BASF lässt Mega-Projekt platzen!

Wegen Marktveränderungen und schwächelnder Nachfrage zieht BASF die Reißleine bei geplanter Nickelproduktion in Indonesien.

Nickel-Panik: BASF lässt Mega-Projekt platzen!
BASF hat sein ambitioniertes Projekt in Indonesien auf Eis gelegt, ein Vorhaben, das die Automobil- und Batterieindustrie tiefgreifend beeinflusst hätte.

Der deutsche Chemieriese BASF hat seine Pläne für eine milliardenschwere Investition in die Nickelfertigung in Indonesien aufgegeben. Das markiert einen signifikanten Strategiewechsel, beeinflusst durch dynamische Marktveränderungen und eine sich verändernde Nachfragestruktur im Bereich der Elektromobilität.

Strategischer Rückzug

Ursprünglich sollte das Projekt in Partnerschaft mit dem französischen Bergbauunternehmen Eramet durchgeführt werden und hätte BASF einen direkten Zugang zu wichtigen Rohstoffen für die Batterieproduktion sichergestellt.

Indonesien, als weltgrößter Nickelproduzent, galt dabei als strategisch wichtige Region zur Sicherung der Rohstoffversorgung für BASFs wachsendes Batteriematerialgeschäft.

Doch nach einer eingehenden Prüfung, die seit 2020 andauerte und Investitionen von bis zu 2,4 Milliarden Euro erfordert hätte, entschied sich BASF gegen die Fortführung des Vorhabens.

Veränderte Marktbedingungen

Die Entscheidung, nicht weiter in das Projekt zu investieren, wird mit wesentlichen Veränderungen am globalen Markt begründet.

Laut Anup Kothari, BASF-Vorstandsmitglied, hat sich die Verfügbarkeit von Nickel in Batteriequalität deutlich verbessert, was die Notwendigkeit einer eigenen Produktionsanlage verringert.

Zudem haben sich die Rahmenbedingungen, insbesondere die Nachfrage nach Elektroautos in Schlüsselmärkten wie den USA und Deutschland, nicht wie erwartet entwickelt, was zu einer geringeren Nachfrage nach Nickel führt.

Ökonomische Vorsicht

Zusätzlich beeinflusst die aktuelle wirtschaftliche Lage die Investitionsstrategien von BASF. Angesichts einer schwächelnden Konjunktur hat das Unternehmen sein gesamtes Investitionsprogramm überdacht und nur notwendige Ausgaben wie den Bau eines neuen Großstandorts in Südchina priorisiert.

Die Entscheidung unterstreicht die vorsichtige Herangehensweise von BASF in unsicheren Zeiten, in denen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an sich schnell ändernde Marktbedingungen entscheidend sind.

Globale Versorgungssicherheit

Trotz des Rückzugs aus der direkten Produktion bleibt die Sicherung einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Versorgung mit kritischen Rohstoffen ein Kernziel von BASF.

Das Unternehmen plant, weiterhin Nickel aus Indonesien zu beziehen und gleichzeitig alternative Quellen zu erschließen, um seine Lieferketten zu diversifizieren und Risiken zu minimieren.