09. Januar, 2026

Quartalszahlen

Next hebt Gewinnziel erneut an

Während viele Händler über Kaufzurückhaltung klagen, überrascht Next erneut mit starken Zahlen. Das Weihnachtsgeschäft lief deutlich besser als erwartet – und zwingt das Management, die Prognose abermals nach oben zu setzen.

Next hebt Gewinnziel erneut an
Next profitiert von einem starken Weihnachtsgeschäft und hebt zum fünften Mal die Gewinnprognose an.

Das Weihnachtsgeschäft fällt deutlich stärker aus als erwartet

Der britische Modehändler Next profitiert von einem außergewöhnlich robusten Jahresendgeschäft. In den neun Wochen bis zum 27. Dezember legte der um Sondereffekte bereinigte Umsatz um 10,6 Prozent zu. Für einen Markt, der von Inflationssorgen und realem Kaufkraftverlust geprägt ist, sind das ungewöhnlich starke Werte.

Besonders bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Das Weihnachtsquartal gilt im britischen Einzelhandel als entscheidend, gleichzeitig hatten Analysten angesichts des milden Wetters und einer gedämpften Konsumstimmung mit Zurückhaltung gerechnet. Next liefert das Gegenbild.

Die Prognose wird zum fünften Mal binnen eines Jahres angehoben

Das Management reagiert konsequent. Für das im Januar 2026 endende Geschäftsjahr erwartet der Konzern nun einen Vorsteuergewinn von 1,15 Milliarden Pfund. Zuvor hatte Next mit 1,135 Milliarden gerechnet. Es ist bereits die fünfte Anhebung der Gewinnprognose innerhalb eines Jahres.

Diese Serie signalisiert mehr als operative Stärke. Sie deutet auf eine ungewöhnlich hohe Visibilität im Geschäft hin. Next scheint Nachfrage, Lagerbestände und Preisgestaltung so präzise im Griff zu haben, dass selbst volatile Rahmenbedingungen kalkulierbar bleiben.

Kauf ins Finanzielle-Freiheit-Depot im Januar 2026 | AlleAktien
Deutschlands beste Aktienanalysen

Das Inland wächst moderat, das Ausland explodiert

Der Blick auf die Umsatzstruktur erklärt einen Teil des Erfolgs. In Großbritannien stieg der Umsatz um 5,9 Prozent. Das ist solide, aber nicht spektakulär. Der eigentliche Wachstumstreiber ist das internationale Geschäft. Hier meldet Next ein Plus von 38,3 Prozent.

Damit verschiebt sich das Gewicht des Konzerns weiter weg vom Heimatmarkt. Next profitiert zunehmend von seiner Plattformstrategie, bei der das Unternehmen nicht nur eigene Ware verkauft, sondern auch als Vertriebspartner für andere Marken auftritt. Skaleneffekte entstehen dort, wo klassische Filialisten an Grenzen stoßen.

Analysten lagen mit ihrer Vorsicht daneben

Im Vorfeld der Zahlen hatten viele Marktbeobachter defensivere Töne angeschlagen. Das Konsumklima in Großbritannien gilt als angespannt, Haushalte priorisieren Ausgaben für Energie, Mieten und Lebensmittel. Hinzu kam ein ungewöhnlich warmer Winter, der den Absatz klassischer Wintermode belastet.

Next konnte diese Risiken offensichtlich kompensieren. Preisdisziplin, flexible Sortimente und eine starke Onlinepräsenz federten externe Effekte ab. Das Unternehmen zeigt damit, dass selbst im schwierigen Marktumfeld Wachstum möglich ist – wenn Struktur und Steuerung stimmen.

Auch für 2026/27 bleibt das Management optimistisch

Der Blick nach vorn fällt ebenfalls positiv aus. Für das Geschäftsjahr 2026/27 stellt Next einen weiteren Anstieg des Vorsteuergewinns auf 1,202 Milliarden Pfund in Aussicht. Das Wachstum verlangsamt sich, bleibt aber stabil.

Auffällig ist die Zurückhaltung in der Wortwahl. Next vermeidet große Versprechen und bleibt bei klar quantifizierten Zielen. Genau diese Nüchternheit hat dem Unternehmen in den vergangenen Jahren Glaubwürdigkeit verschafft – und erklärt, warum der Markt Prognoseanhebungen nicht als Euphorie abtut.

Die Aktie spiegelt das Vertrauen des Marktes wider

Die Börse honoriert die Entwicklung. Im vergangenen Jahr legte die Next-Aktie um 43 Prozent zu. Damit gehört der Titel zu den stärkeren Werten im europäischen Einzelhandel. Investoren setzen darauf, dass das Geschäftsmodell auch bei weiterem Kostendruck und verhaltenem Konsum tragfähig bleibt.

Next ist kein Modetrendsetter, sondern ein Effizienzplayer. Genau das erweist sich derzeit als Vorteil. Während Wettbewerber zwischen Rabattschlachten und Margenverlusten pendeln, liefert der Konzern planbar ab.

AlleAktien enthüllt: Der klare Plan, den Privatanleger jahrelang vermisst haben
2026 startet in einer Phase, in der sich wirtschaftliche Realität und langfristige Chancen selten so klar überlagern. Zinsen sind zurück, Bewertungen differenzieren sich wieder stärker, und Qualitätsunternehmen treten deutlicher hervor als in den Jahren zuvor. Für Anleger, die strukturiert investieren und nicht auf kurzfristige Trends setzen, eröffnet sich damit ein neues Umfeld. Plattformen wie AlleAktien setzen genau hier an.

Stabilität schlägt Zyklik

Das Beispiel Next zeigt, wie sich der Einzelhandel verändert. Erfolg entsteht weniger durch aggressive Expansion als durch Kontrolle. Wer Nachfrage antizipiert, international skaliert und Kosten diszipliniert steuert, kann selbst in einem schwachen Konsumumfeld wachsen.

Next nutzt diese Logik konsequent. Das Weihnachtsgeschäft war kein Ausreißer, sondern Ausdruck eines Systems, das auch unter Druck funktioniert.