16. Juni, 2024

Wirtschaft

Neue Süße: Limonaden jetzt auch mit weniger Zucker

Neue Süße: Limonaden jetzt auch mit weniger Zucker

Ein Spritzer Erleichterung für Limonaden-Liebhaber und -Hersteller: Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission hat eine langjährige Definition süßlich sprudelnder Getränke gelockert. Effektiv beendet die Kommission mit dieser Entscheidung einen vehementen Disput, der über fünf Jahre Limonadenproduzenten wie Verbraucher gleichermaßen in Atem hielt. Frühere Richtlinien, die einen Mindestzuckergehalt von sieben Prozent für Limonaden festlegten, wurden aufgehoben. Stattdessen ist nunmehr einzig die Anforderung verblieben, dass Limonaden Inhaltsstoffe aufweisen müssen, die einen süßen Geschmack bewirken, darunter fallen sowohl Zuckerarten als auch Süßungsmittel – die genauen Mengenangaben lassen die Leitsätze offiziell offen.

Die Auseinandersetzung entzündete sich um die Firma Lemonaid, deren biologische Zitronenlimonade mit einem Zuckergehalt von gerade einmal sechs Prozent gemäß Lebensmittelkontrolleuren nicht den damaligen Standards entsprach. Eine geforderte Anpassung der Produktbezeichnung stieß ebenso auf Gegenwehr des Unternehmen wie die Alternative, den Zuckeranteil zu erhöhen. Unterstützung fand Lemonaid bei der Gesundheitsbehörde in Hamburg, die sich dafür aussprach, Lebensmittel mit reduziertem Zuckergehalt nicht zu sanktionieren, sondern als Standard anzusehen. Lemonaid-Geschäftsführer Paul Bethke äußerte im Gespräch mit der Zeitschrift "Stern" seine Freude über die Regeländerung, wies jedoch auf die lange Verfahrensdauer hin.

Das Deutsche Lebensmittelbuch gibt mit seinen Leitsätzen Richtungen vor, die in der Industrie üblicherweise Beachtung finden, auch wenn sie keine rechtliche Bindung haben. Ziel der festgelegten Grenzwerte ist der Verbraucherschutz und das Verhindern von Irreführung. in der Zusammensetzung für das breite Spektrum an Lebensmitteln von der Kommission, die paritätisch mit Vertretern von Verbraucherschutz, Wissenschaft, Lebensmittelkontrolle und Wirtschaft besetzt ist, definiert. Über 2000 Nahrungsmittelgruppen werden dadurch in ihrer Beschaffenheit nachvollziehbar und ehrlich umrissen – so das Selbstverständnis der DMKBK.