Die asiatischen Börsen könnten im kommenden Jahr vor erheblichen Herausforderungen und spannenden Entwicklungen stehen. In Japan bleibt die zentrale Rolle der Notenbankpolitik im Fokus der Anleger. Die Kombination aus erwarteten Zinserhöhungen der Bank of Japan und einer potenziell strengeren Geldpolitik für 2025 zieht die Blicke auf den japanischen Markt. Sollten sich die Prognosen von Mohit Kumar von Jefferies bestätigen, könnte der Leitzins erstmals seit vielen Jahren in den Bereich von 0,75 bis 1 Prozent steigen. Währenddessen scheinen die Aussichten für den chinesischen Aktienmarkt durchweg gedämpft. Die Unsicherheiten rund um die zukünftige US-Zollpolitik, insbesondere unter der Präsidentschaft von Donald Trump, tragen zur Skepsis bei. Auch die strukturellen Probleme Chinas, wie die Immobilienkrise und die hohe Verschuldung der lokalen Regierungen, belasten den Markt. Experten wie Jan Viebig von Oddo BHF bleiben vorsichtig und fordern nachhaltige politische Reformen und eine Erholung des Konsums. Die jüngsten Nachrichten aus Peking über potenzielle Konjunkturhilfen für das Jahr 2025 könnten jedoch ein Licht am Ende des Tunnels darstellen, wobei konkrete Maßnahmen bisher ausstehen. Auch die strategisch vagen Drohungen seitens Trump bezüglich hoher Importzölle lassen die Marktakteure nervös auf etwaige Handelsverhandlungen blicken. Abseits dieser beiden großen Märkte könnten andere Teile Asiens, vor allem die Schwellenländer Süd- und Südostasiens, interessante Investitionsmöglichkeiten bieten. Mit einer positiven demografischen Entwicklung, strukturellen Reformen und sinkenden US-Zinserwartungen bieten sie Potenzial für Anleger. Länder wie Indien, Vietnam, Malaysia und Indonesien könnten durch eine Verlagerung der globalen Lieferketten weg von China profitieren. Diese Entwicklungen sollten Anleger auf der Suche nach Renditen im Auge behalten.
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Neue Spannungen und Chancen an den asiatischen Börsen im Jahr 2024