18. Juli, 2024

Politik

Neue Sicherheitskooperation zwischen Ukraine und Polen: Ein starkes Signal vor dem NATO-Gipfel

Neue Sicherheitskooperation zwischen Ukraine und Polen: Ein starkes Signal vor dem NATO-Gipfel

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Polens Regierungschef Donald Tusk haben in Warschau ein bedeutendes bilaterales Sicherheitsabkommen unterzeichnet. "Wer heute die Ukraine verteidigt, verteidigt auch sich selbst", sagte Tusk anlässlich der Vertragsunterzeichnung. Selenskyj bezeichnete den Vertrag als ambitioniert und betonte dessen Bedeutung für den Schutz des Lebens ihrer Bürger sowie im Widerstand gegen das russische Übel.

Der Vertrag sieht die Entwicklung eines Mechanismus vor, mit dem russische Raketen und Drohnen im ukrainischen Luftraum abgeschossen werden können, sofern diese in Richtung Polen abgefeuert wurden. Diese Kooperation gewinnt zusätzliche Dramatik vor dem Hintergrund schwerer russischer Raketenangriffe auf die Ukraine, bei denen mindestens 26 Menschen ums Leben kamen und ein großes Kinderkrankenhaus in Kiew getroffen wurde. Tusk fügte hinzu, dass keine Worte, Dokumente oder politischen Erklärungen ausreichten, um die Aggression ausreichend zu verurteilen.

Polen, ein EU- und Nato-Mitglied, zählt zu den engagiertesten Unterstützern der Ukraine im Konflikt mit Russland und fungiert als wichtige Drehscheibe für westliche Militärhilfe. Polen hat außerdem fast eine Million Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen, was seine Bedeutung und Mitgefühl im aktuellen Konflikt unterstreicht.

Die Ukraine hat bisher mit der EU und 19 einzelnen Staaten, darunter die USA, Japan und Deutschland, Sicherheitsabkommen geschlossen. Diese formalisieren die militärische und zivile Unterstützung und gewährleisten weitere Hilfe für die nächsten zehn Jahre.

Am frühen Nachmittag steht ein Treffen von Selenskyj mit seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda auf dem Programm. Der Nato-Gipfel anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Verteidigungsbündnisses findet vom 9. bis 11. Juli in Washington statt, bei dem weitere Unterstützung für die Ukraine im Fokus stehen wird. Selenskyj ist ebenfalls eingeladen, wobei er aufgrund der Luftraumsperre über der Ukraine für alle Auslandsreisen zunächst den Landweg über Polen nehmen muss, bevor er von dort aus weiterfliegt.