03. Mai, 2026

Technologie

Neue Online-Sicherheitsregeln: Strengere Auflagen für Social-Media-Plattformen gefordert

Neue Online-Sicherheitsregeln: Strengere Auflagen für Social-Media-Plattformen gefordert

Die britische Regulierungsbehörde Ofcom hat erstmals neue Sicherheitsvorschriften veröffentlicht, die soziale Netzwerke und andere Plattformen dazu verpflichten, illegalen Inhalten aktiv entgegenzutreten. Den Anbietern wird nun eine Frist von drei Monaten eingeräumt, um die Risiken illegaler Inhalte für ihre Nutzer zu bewerten und geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Sollten sie diesen neuen Pflichten nicht nachkommen, drohen ihnen empfindliche Sanktionen. Der Fokus der neuen Regelungen liegt auf der Bekämpfung illegaler Schadensformen wie Terror, Hassrede, Betrug, Kindesmissbrauch und der Anstiftung zu Suizid. Dennoch ernteten die Vorgaben Kritik von der Molly Rose Foundation, einer Wohltätigkeitsorganisation, die von der Familie eines Mädchens gegründet wurde, das sich nach dem Konsum von Suizid-Inhalten auf Social Media das Leben nahm. Die Organisation zeigte sich 'erstaunt' und 'enttäuscht' über die fehlenden gezielten Maßnahmen zur Bekämpfung von Suizid- und Selbstverletzungsinhalten. Ofcoms Sanktionsmöglichkeiten reichen bis zu Geldstrafen von 18 Millionen Pfund oder 10 % des weltweiten Umsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist. In besonders schwerwiegenden Fällen kann sogar der Zugang zu den betroffenen Webseiten im Vereinigten Königreich gesperrt werden. Andy Burrows, Geschäftsführer der Wohltätigkeitsorganisation, äußerte, dass Ofcoms Maßnahmen trotz der Absicht, schnell und wirksam zu handeln, es ermöglichen würden, dass verhinderbare illegale Schäden weiterhin auftreten könnten. Dame Melanie Dawes, Geschäftsführerin von Ofcom, betonte die Wichtigkeit dieser neuen Regelungen: 'Zu lange waren diese Plattformen unreguliert und stellten Gewinn über Sicherheit. Das wird sich nun ändern.' Die Regulierungsbehörde werde die Branche sehr genau beobachten, um sicherzustellen, dass die Unternehmen den neuen Sicherheitsstandards gerecht werden. Weitere Anforderungen sollen im ersten Halbjahr des nächsten Jahres folgen.