13. April, 2024

Wirtschaft

Neue Freiheiten für Gastwirte: Entscheidung über Cannabis-Konsum in Raucherkneipen

Neue Freiheiten für Gastwirte: Entscheidung über Cannabis-Konsum in Raucherkneipen

Mit der Teilliberalisierung von Cannabis brechen für deutsche Kneipenbesitzer neue Zeiten an. Gastwirte von Raucherkneipen stehen vor der Entscheidung, ob der Konsum des Rauschmittels in ihren Lokalen gestattet sein soll. "Wo Rauchen laut Landesrecht erlaubt ist, darf auch Cannabis konsumiert werden", klärt Jürgen Benad, Rechtsexperte und Geschäftsführer des DEHOGA, auf. Diese Veränderung gewährt den Betrieben eine zusätzliche Handlungsoption, sofern das jeweilige Bundesland Rauchbereiche in der Gastronomie zulässt.

Während in Nordrhein-Westfalen, Bayern und dem Saarland strenge Rauchverbote herrschen und Rauchende generell ins Freie verwiesen werden, bestehen in anderen Bundesländern Ausnahmeregelungen, die den Konsum von Cannabis in der Gastronomie ermöglichen könnten.

Benad hebt hervor, dass die Hausrechte den Gastwirten das Recht einräumen, den Cannabis-Konsum zu untersagen – auch wenn Rauchen an sich gestattet sein sollte. Dies gilt gleichermaßen für Innenräume wie für den Außenbereich von Lokalen und wird eindeutig zur Pflicht, sobald Minderjährige in der Nähe sind.

Die Novellierung wird ebenfalls Clubs und Diskotheken betreffen, deren Eigentümer nun vor der Wahl stehen, wie sie mit Cannabis umgehen möchten. Ob sich in der Praxis spezielle Kennzeichnungen für cannabiskonsumfreundliche Zonen etablieren oder Hinweisschilder zum Gebrauch kommen werden, ist noch nicht abzusehen. Der Einfluss des vermehrten Konsums auf das Ambiente und die Geselligkeit in Bars und Kneipen wird eine spannende Entwicklung. Letztendlich bleibt es eine individuelle Entscheidung des jeweiligen Betriebes, wie er mit dieser Freiheit umgehen möchte.