14. Juli, 2024

Politik

Netanjahu signalisiert temporäre Waffenruhe, hält jedoch an Kriegszielen fest

Netanjahu signalisiert temporäre Waffenruhe, hält jedoch an Kriegszielen fest

Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident Israels, hat seine Bereitschaft zu einer zeitlich begrenzten Waffenruhe im Gaza-Konflikt betont. Ein endgültiges Ende der Kampfhandlungen setzt er jedoch weiterhin an das Erreichen der festgelegten militärischen Ziele. Netanjahu unterstrich, dass die Hamas jegliche Vereinbarungen verhindere, nicht Israel. Diese Aussagen folgen einem Interview des Ministerpräsidenten mit dem israelischen Fernsehsender Channel 14.

In einer offiziellen Mitteilung seines Büros hieß es weiter, dass Israel Gaza erst verlassen werde, wenn alle 120 Geiseln, ob lebend oder verstorben, zurückgekehrt sind. Netanjahu erklärte ebenfalls, dass die intensive Kampfphase gegen die Hamas in Rafah im Süden des Gazastreifens bald abgeschlossen sei. Der Gesamtkrieg ende jedoch erst, wenn die Hamas nicht mehr die Kontrolle über das Gebiet habe.

Der Beginn der israelischen Militäraktion in Rafah datiert auf Anfang Mai, mit dem erklärten Ziel, die letzten Kampfverbände der Hamas zu zerschlagen. Laut jüngsten Angaben der israelischen Armee sind bereits die Hälfte dieser Einheiten neutralisiert und ein Großteil der Stadt steht unter israelischer Kontrolle. Der Abschluss dieser Operation werde nur noch wenige Wochen dauern, danach sollen Truppen nördlich verlagert werden, so Netanjahu im Interview.

An der nördlichen Grenze Israels zum Libanon herrscht ebenfalls ständige Spannungen mit der Hisbollah. Israel strebt durch diplomatischen Druck einen Rückzug der Hisbollah-Miliz hinter den 30 Kilometer entfernten Litani-Fluss an, gemäß der UN-Resolution 1701. Verteidigungsminister Joav Galant warnte allerdings, dass Israel notfalls auch zu einem umfassenderen Militäreinsatz bereit sei. Er bekräftigte vor seiner Abreise in die USA, dass Israel auf jegliche notwendige Operationen sowohl im Gazastreifen als auch im Libanon sowie in anderen Gebieten vorbereitet sei. Die Sorge wächst, dass eine Eskalation dieses Konflikts zu einer regionalen Ausweitung führen und die USA als Israels wichtigster Verbündeter involvieren könnte.