Die Wall Street erlebte am Freitag eine Achterbahnfahrt, die Anleger in Atem hielt. Zunächst sah es düster aus, doch schließlich konnten die bedeutenden Indizes Verluste in Gewinne verwandeln. Im Hintergrund schwelen weiterhin die Zinssignale der Federal Reserve vom Mittwoch, die für einen Kursrutsch gesorgt hatten, sowie die drohende Möglichkeit eines erneuten Shutdowns der US-Regierung.
Der technologieorientierte Nasdaq 100 setzte anfänglich den Rückgang seiner November-Rally fort, konnte aber einen Verlust von fast einem Prozent in ein Plus von 0,74 Prozent bei 21.267,01 Punkten umwandeln. Auch der S&P 500 schloss mit einem Gewinn von 0,73 Prozent bei 5.909,90 Punkten den Handelstag ab.
Der Dow Jones Industrial zeigte sich gefestigt und stieg um 0,81 Prozent auf 42.685,54 Punkte, nachdem er zuvor eine Serie von Verlusttagen durchbrechen konnte, die ihn auf das Niveau vor Trumps Wahlsieg im Jahr 2016 zurückgeworfen hatte.
Ein wenig Entspannung brachte der PCE-Deflator der persönlichen Konsumausgaben, eine von der Fed besonders beachtete Kennzahl, indem er mit 2,4 Prozent weniger stark stieg als erwartet. Die NordLB bemerkte, dass die Märkte diese Daten mit positiver Skepsis aufgenommen haben.
Ein drohender Stillstand der Regierungsgeschäfte scheint jedoch zunehmend wahrscheinlich, da im Repräsentantenhaus kein Übergangshaushalt verabschiedet wurde. Spannend bleibt, ob Republikaner und Demokraten in letzter Minute eine Lösung finden – vor dem Hintergrund eines Blockademanövers um den neu designierten Präsidenten Donald Trump und Tech-Guru Elon Musk.
Zu den großen Technologiewerten gehörten unter anderem Microsoft, Amazon und Apple, die im Tagesverlauf Verluste verbuchten. Letztlich war es nur Microsoft, das mit leichten Rückgängen unter der Nulllinie blieb, während die meisten Werte am Ende positiv tendierten.
Eine schlechte Woche hatten die Aktie von Nike, die trotz solider Quartalszahlen um 1,2 Prozent sanken, angesichts zurückhaltender Prognosen des neuen CEO Elliott Hill. Der Stahlriese US Steel enttäuschte mit schwachen Geschäftszahlen und fiel um fast vier Prozent.
Schwierigkeiten bei der Einordnung hatte der Markt auch mit FedEx, das sein Frachtgeschäft abspaltet. Nach einem holprigen Start landeten die Aktien jedoch im Plus. Unterdessen profitierte Eli Lilly mit einem Anstieg von 4,4 Prozent von der Schwäche des Konkurrenten Novo Nordisk, dessen Abnehmmittel Cagrisema in Studien unter den Erwartungen blieb.